Von Grenzerfahrungen lernen

Bayer-Mitarbeiter Aaron Tepperman stellt sich in seiner Freizeit mit Leidenschaft großen Herausforderungen. Hier erklärt er, wie das auch seine Arbeit beeinflusst.

Aaron Tepperman

Aaron Tepperman

NGO Engagement Manager, Europa

Kanutrips und Whitewater-Rafting in Nordkanada, mehrtägige Gipfeltouren in Kenia, Rumänien, der Türkei und Bangladesch. Dreiwöchige Fahrradreisen mit Selbstversorgung durch Armenien, Kirgistan, Taiwan oder den Oman. Bergsteigen von Uganda bis Frankreich. Was haben all diese Aktivitäten gemeinsam?

Ich mache damit die Erfahrungen, die mir im Alltag helfen, mich weiterzuentwickeln."

Aufgrund meiner Reisen durch wilde Landschaften, die mit allerlei Unbekanntem aufwarten, habe ich gelernt, dass Bereitschaft, Offenheit und ein starkes Team wichtig sind. Das hilft, mit einzigartigen interkulturellen Begegnungen oder der unvorhersehbaren und unerbittlichen Natur umzugehen.

Für meine Abenteuer brauche ich eine besondere innere Einstellung. Ich muss Ruhe bewahren, wenn ich in tausenden Metern Höhe schwierige Klettermanöver mache. Ich muss körperlichen Schmerz ertragen, wenn ich endlose Serpentinen mit dem Fahrrad in einem fremden Land bewältige. All diese Erfahrungen helfen mir im Umgang mit den komplexen Aufgaben und Herausforderungen im Stakeholder Engagement. Entscheidungen treffe ich beispielsweise, indem ich mich großen Zielen in vielen kleinen Schritten nähere und dabei die Prinzipien der Anpassungsfähigkeit und Bescheidenheit berücksichtige – und das gilt eben in jeder Situation. Deswegen weiß ich zum Beispiel, wann ich auf einem Berg umkehren muss, auch wenn dies eine enorme emotionale und geistige Niederlage bedeutet. 

Erhöhte Sinneswahrnehmung auch im Berufsleben

Meine Herangehensweise an berufliche Herausforderungen wird von meinen Erfahrungen in der Natur beeinflusst. In der Wildnis ist es entscheidend, sein Umfeld ständig im Blick zu haben, die Bedingungen permanent zu beobachten und auf Veränderungen zu reagieren. Diese erhöhte Sinneswahrnehmung eröffnet einem auch im Berufsleben eine andere Perspektive. Sich das Unvorhergesehene zunutze zu machen, neue Aufgaben zu übernehmen und kein Projekt als zu gewagt zu empfinden, ist für mich ganz normal und natürlich geworden. Letztendlich ist es immer eine Kombination von Bereitschaft, Offenheit, einem starken Team sowie Anpassungsfähigkeit und Bescheidenheit, die mich durch den Arbeitsalltag leitet.

Auch wenn ich in manchen Momenten überzeugt bin, die richtigen Schritte unternommen zu haben, lässt es sich nicht vermeiden, diese auch einmal in Frage zu stellen. Dann greife ich in meine imaginäre Werkzeugkiste aus meinen Erfahrungen in der Natur. Zwar ist das Gewicht einer Entscheidung in der Wildnis ein ganz anderes als im Beruf. Aber das Durchhaltevermögen und die Zuversicht, die man in herausfordernden Situationen in der freien Natur braucht, helfen auch im Job.