Starthilfe für Flüchtlinge

 

Mohammad Mahdi Hassani ist jung, talentiert, ambitioniert. Wie viele andere Flüchtlinge verließ er seine Heimat, weil er in Frieden leben und einen Beruf lernen wollte. Bayer hat ihm eine Perspektive geschenkt.

In Sicherheit leben und Geld verdienen – das wünschte sich Mohammad Mahdi Hassani. Er stammt aus Afghanistan, wuchs im Krieg auf. Der Vater Lehrer, die Mutter Hausfrau. Er machte in seinem Land Abitur, begann Chemie zu studieren. Fünf Semester schaffte er. Dann kamen die Terroristen und die Morddrohungen, erzählt er. Sie hätten ihn erpresst. „Sie wollten, dass ich bei ihnen mitmache, weil sie gebildete Leute in ihrer Organisation brauchen. Wer nicht mitmacht, muss sterben.“ Er musste sich entscheiden: Mitmachen und möglicherweise für terroristische Anschläge verantwortlich sein? Um sein Leben bangen? Flüchten?

Im Herbst 2015 verließ er seine Heimat und kam wenig später nach Deutschland. Zwei Jahre später hatte er den ersten Kontakt zu Bayer. Unterstützt durch das Unternehmen besuchte er Sprachkurse, hospitierte im Chempark in Leverkusen und startete dort schließlich 2018 seine Ausbildung als Chemielaborant.

Auf diesem Weg halfen ihm bei Bayer Menschen wie Claudia Binder. Die Leverkusener Mitarbeiterin kümmert sich seit zwei Jahren um die Integration von Flüchtlingen. Als Projektverantwortliche für Aufbaukurse führt sie Gespräche mit Geflüchteten und akquiriert talentierten Nachwuchs. Das ist möglich, weil sie mit der Zeit ein Netzwerk aufgebaut hat. Sie hält Kontakt zu Städten, Institutionen und Leitern von Flüchtlingsunterkünften, die ihr junge Leute empfehlen. Binder lädt sie dann zu Einstufungstests ein und wendet sich oft vorab auch noch persönlich an Kandidaten. „Manche sind verunsichert. Da hilft es, wenn ich mich vorstelle. Das nimmt den jungen Menschen die Angst.“

Das Projekt ist für uns wichtig – auch weil es eine Chance ist, Fachkräfte an uns zu binden.“

Binder ist für ihr Engagement vom Unternehmen schon mehrfach ausgezeichnet worden. „Das Projekt ist für uns wichtig – auch weil es eine Chance ist, Fachkräfte an uns zu binden“, sagt Claudia Binder. So starteten 2018 an den Standorten in Berlin, Wuppertal und Leverkusen 28 junge Flüchtlinge in den Beruf. Dazu kommen 22 weitere, die sich über die Starthilfe für eine Ausbildung qualifiziert haben.

Sein Leben in Sicherheit und die berufliche Perspektive lässt Mohammad Mahdi Hassani wieder träumen. Er möchte einen Doktor in Chemie machen – und Weltmeister im Taekwondo werden. Preise hat der 25-Jährige da übrigens schon abgeräumt.


So unterstützt Bayer bundesweit

Sprache: In Leverkusen können Flüchtlinge an Sprachkursen zur Berufsvorbereitung teilnehmen. Bayer bietet dafür seit 2015 alle drei Monate je 20 jungen Flüchtlingen einen dreimonatigen Aufbaukurs an.

Ziel des Kurses: Teilnehmer sollen sich von Sprachniveau B1 (des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen) auf Stufe B2 verbessern. Dieses Niveau ist nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammern (IHK) für den Beginn einer Ausbildung in Deutschland erforderlich.

Berufsorientierung: Der Aufbaukurs bietet auch eine erste Berufsorientierung. Dazu zählt auch die Chance auf eine dreiwöchige Hospitation im Ausbildungszentrum im Chempark Leverkusen.

Betreuung:
Während des Kurses werden die Flüchtlinge sozialpädagogisch von speziell für die Kurse ausgebildeten Lehrkräften betreut und haben einen Ansprechpartner im Unternehmen.

Ausbildung über die Starthilfe: Wer im Aufbaukurs erfolgreich war, kann sich für das Starthilfe-Programm von Bayer bewerben. Bayer hat in seinem Förderprogramm für Jugendliche ein Kontingent für ausbildungswillige Flüchtlinge reserviert. Außer in Leverkusen werden Flüchtlinge auch in Wuppertal und Bergkamen über die Starthilfe gefördert. Mehr als 350 Teilnehmer haben in den Jahren 2015 bis 2018 in Leverkusen und Berlin über Aufbaukurse ihre deutschen Sprachkenntnisse substanziell verbessert und erste Einblicke in das Berufsleben in Deutschland erhalten.

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