• Sommerzeit ist Zeckensaison

    Rauhaardackel Rübe tobt am liebsten über Wiesen und Felder - und läuft damit Gefahr, von Zecken gebissen zu werden.

Vor allem im Sommer genießen Hund und Halter gemeinsame Ausflüge in die Natur. Doch gerade dann lauert im Freien eine unscheinbare Gefahr: die Zecke. Die Spinnentiere übertragen viele Krankheiten. Spezielle Halsbänder können den Hund schützen.

Rübe und Thomas Matzik haben Dinge erlebt, die könnten Drehbücher füllen: Actionfilme, Dramen, Krimis – die ganze Palette an Genres. „Ach ja, da gibt es so einiges zu erzählen. Also, da war diese Wildschweinhorde...“ Irgendwann enden alle Gespräche mit Thomas Matzik so: bei seinen Abenteuern mit Rübe.

Rübe ist ein Rauhaardackel und heißt mit vollem Namen Rübezahl. „Wegen seines grauen Bärtchens“, erzählt Matzik. „Als wir ihn beim Züchter sahen, wackelte er gleich auf uns zu – und die Entscheidung war gefallen.“ Neun Jahre ist das jetzt her. Und seitdem sind Rübe und er ein unzertrennliches Paar. Täglich wandern die beiden im Bergischen Land bei Much umher, spazieren durch die Wälder oder streifen durch Matziks Revier.

Der 58-Jährige ist Jäger und der Rauhaardackel sein treuer Gefährte: Gemeinsam retten sie Kitze vor Mähdreschern und treiben Wildschweine aus Maisfeldern. Zusammen kauern sie nächtelang auf dem Hochsitz unter einer Decke, Rübes Kopf auf Matziks Oberschenkel. „Er liebt diese Ausflüge“, erzählt Matzik. „Wenn ich mich fertig mache, wartet er schon draußen in der Einfahrt und lässt sich durch nichts mehr aufhalten. Keine Chance.“

Doch bei ihren ausgedehnten Ausflügen in die Natur lauert auch die größte Gefahr für die beiden – und zwar ausgerechnet in Form eines gerade mal stecknadelkopfgroßen Spinnentiers: die Zecke. Besonders gern hocken die Parasiten im hohen Gras oder in den Büschen und Bäumen am Wegesrand. Gut getarnt warten sie dort auf einen geeigneten Wirt.

Kleines Spinnentier – große Gefahr!

Um sich zu schützen, trägt Matzik stets langärmlige Hemden und stopft die Hosenbeine in die Socken. Doch Rübe ist den blutsaugenden Spinnentieren schutzlos ausgeliefert. Im Frühjahr und Sommer sind Zecken besonders aktiv: Im Laufe ihres Lebens häuten sich die Parasiten mehrfach und brauchen vorher jedes Mal eine Blutmahlzeit. Für diese befallen sie Tiere und Menschen.

Über 30 Prozent

der Zecken sind je nach Region mit Borreliose-Bakterien infiziert.

Matzik hat bei seinem Hund nur allzu leidige Erfahrungen mit den Parasiten gemacht: „Nach fast jedem Spaziergang fand ich die kleinen Biester in Rübes Fell“, erzählt der Medizintechniker. „Manchmal habe ich sie erst bemerkt, wenn er sich an der Stelle immer wieder gekratzt hat – das tat mir immer so leid für ihn.“ Aber die Spinnentiere sind nicht nur lästig: Sie übertragen auch viele Krankheiten, die für den Hund gefährlich werden können.

Auf einem Grashalm wartet die Zecke auf ihren nächsten Wirt.

Zecken - gefährliche Winzlinge

Zecken können mit ihrem Stich viele gefährliche Hundekrankheiten übertragen. Besonders verbreitet ist die Borreliose. Dabei zeigt der Hund zuerst keine konkreten Krankheitsanzeichen, doch etwa zwei bis fünf Monate nach dem Stich treten häufig Fieberschübe, Appetitlosigkeit, Lähmungserscheinungen oder geschwollene Lymphknoten auf. Im späten Stadium schädigt die Krankheit Nieren und Herz. 

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Auch die gefährliche Babesiose wird von Zecken übertragen. Der Hund infiziert sich dabei mit Einzellern, die seine roten Blutkörperchen zerstören. So entwickelt sich eine Blutarmut, die binnen weniger Tage tödlich enden kann. Nach einem Zeckenstich können Hunde auch an Anaplasmose erkranken. Etwa ein bis zwei Wochen dauert die Inkubationszeit, dann treten meist hohes Fieber und Schläfrigkeit auf. Hinzu kommen häufig Durchfall, Erbrechen und Blutungen, einige Tiere entwickeln Nervenerkrankungen.

Im Mittelmeerraum übertragen Zecken auch die Ehrlichiose. Bei dieser Krankheit verringert sich die Zahl der Blutplättchen und der Hund leidet daraufhin an einer Blutungsneigung. Bei Nichtbehandlung wird diese Krankheit meist chronisch und kann zum Tod des Hundes führen.

Nicht nur für Tiere kann ein Zeckenstich schlimme Folgen haben, auch für Menschen ist er gefährlich: Die von Zecken übertragene Borreliose ist weltweit verbreitet. Die Erkrankung beginnt mit harmlosen Grippesymptomen, kann im Verlauf jedoch zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen wie Entzündungen der Hirnhaut und des Herzmuskels führen. Bleibt eine Borreliose unbehandelt, kann sie tödlich enden.

Norbert Menke

Bei einem repellierenden Zeckenschutzmittel kommt es gar nicht erst zu einem Einstich.

Professor Norbert Mencke, Bayer-Parasitologe

Ein Freund empfahl Matzik das Seresto-Halsband von Bayer. Dieses gibt kontinuierlich ein Ektoparasitizid an das Fell des Hundes ab. Der Wirkstoff reizt die Nervenenden an den Füßen der Zecke. Die Folge: Sobald die Zecke mit dem behandelten Hundehaar in Berührung kommt, zieht sie ihre Beinchen an und fällt vom Tier ab. „Es kommt also gar nicht erst zum Stich, und somit kann es auch keine Infektion geben“, erklärt Bayer-Parasitologe Professor Norbert Mencke. „Diese Art von Zeckenschutzmittel nennt sich repellierend, das heißt: abwehrend.“ Und das repellierende Mittel hat sogar einen doppelten Effekt: „Kurze Zeit nachdem sie mit dem Hundehaar in Kontakt gekommen ist, stirbt die Zecke ab und kann auch keinen anderen Wirt mehr infizieren.“

Bei Matzik hat das neue Halsband funktioniert: Nachdem er Rübe das Seresto-Halsband angelegt hatte, verschwanden die Zecken. „Wir waren total erleichtert“, sagt er. „Uns wurde damit eine große Sorge genommen.“ Seit fünf Jahren trägt Rübe nun schon das Halsband. „Und eine Zecke habe ich seitdem nicht mehr an ihm entdeckt.“ Dank des Halsbandes könne er nun entspannt zusehen, wenn Rübe mal wieder ausgelassen durchs hohe Gras sprintet, geradewegs auf das nächste Abenteuer zu.