• Reiche Kaffee-Ernte sichert die Zukunft

    Pflanzenschutz-Experte Phu Hieu hilft Kaffeebauern, Krankheiten und Insektenbefall rechtzeitig zu erkennen und dem entgegenzuwirken.

Die Provinz Dak Lak im Hochland von Vietnam, 300 Kilometer nördlich von Saigon: Die fruchtbaren Böden und das milde, feuchte Klima machen die Region zum idealen Anbaugebiet für Kaffeepflanzen. Die Bohnen sind auf der ganzen Welt begehrt und für viele Familien hier zur Lebensgrundlage geworden.

Vor 15 Jahren begann auch Bauer Tam Dao, die ersten Sträucher zu pflanzen. Ein Wagnis, doch er hatte keine Wahl: Eine Pilzkrankheit hatte zuvor sämtliche Pflanzen seiner Pfeffer-Plantage vernichtet. Seinen Nachbarn erging es genauso. Auch ihre Versuche, das Unglück abzuwenden, waren fehlgeschlagen. Tam Dao, Vater von zehn Kindern, stand vor dem Aus. „Ich musste einen neuen Weg finden“, erzählt er. „Also wurde ich Kaffeebauer.“

2,25 Mrd.

Tassen Kaffee werden täglich weltweit getrunken.

Doch auch der Anbau von Kaffee ist nicht ohne Risiko: Die Sträucher brauchen viel Wasser und sorgsame Pflege, und bis sie zum ersten Mal Früchte tragen, vergehen im Hochland vier bis fünf Jahre. Die Arbeit auf den Plantagen ist hart und kann nur von Hand erledigt werden: Maschinen lassen sich hier nicht einsetzen. Und trotz größter Sorgfalt treten immer wieder Krankheiten und Schädlinge auf, die die wertvolle Ernte bedrohen.

Kaffee-Anbau im Hochland Vietnams

Eine der größten Bedrohungen ist der Kaffeerost. Der Pilz bewirkt, dass die Blätter abfallen, und beeinträchtigt so den gesamten Stoffwechsel und Energiehaushalt der Pflanze, was die Erträge stark reduziert. Auch Bauer Tam musste zu Anfang immer wieder um seinen neuen Lebensunterhalt bangen: So fielen während der Regenzeit plötzlich die noch unreifen Beeren vom Strauch, Zweige und Grün sahen aus wie vertrocknet. Heute verwendet er Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience, um seine Ernte zu schützen.

Hämophilie in Asien und weltweit

„Viel mehr Kaffee“ – Komplettlösungen für Kaffeeanbauer

Hemileia vastatrix und Leucoptera coffeella - schon die Namen verheißen nichts Gutes. Es handelt sich dabei um zwei der größten Bedrohungen für Kaffeeplantagen weltweit: Kaffeerost und Kaffee-Miniermotte.

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Das eine ist eine Pilzkrankheit, das andere ein schmetterlingsartiges Insekt. So groß der Unterschied auch ist, die Folgen sind ähnlich: Befallene Kaffeesträucher werfen Blätter ab. Damit lassen Photosynthese und Stoffwechsel nach, der Ertrag geht zurück. Und damit die Menge und Qualität der Kaffeekirschen, in denen sich wiederum die eigentlichen Kaffeebohnen befinden. Der Albtraum aller Kaffeebauern.

Mit welchen Schädlingen es die Kaffeebauern zu tun bekommen, steuern auch die Endverbraucher. So fördert der globale Trend zu hochwertigen Kaffees den Anbau von Arabica-Sorten. Gerade die sind aber empfindlicher als Sorten der Art Robusta – und daher viel anfälliger für Kaffeerost.

Doch die Bauern können vorbeugen – mithilfe von Bayer CropScience. Das Unternehmen ist einer der weltweit führenden Anbieter von Pflanzenschutzprodukten für Kaffeeplantagen. Auch gegen die beiden Hauptschädlinge hält Bayer wirksame Produkte bereit, so etwa Nativo™ gegen Kaffeerost. In einigen Ländern gibt es sogar Kombinationsprodukte, die sowohl Kaffeerost als auch die Miniermotte bekämpfen. Dazu zählt Premier Plus™ in Brasilien.

Ständig arbeitet das Unternehmen an Innovationen – zum Beispiel Envidor™, ein Produkt gegen Spinnmilben. Und 2011 kam in den ersten Ländern mit Alion™ auch ein neues Herbizid auf den Markt. Es wirkt gegen ein breites Spektrum an Unkräutern, die ansonsten mit den Kaffeepflanzen um Wasser und Nährstoffe konkurrieren würden. Für manche Kaffeebauern stellt das Herbizid eine wertvolle Alternative zum bisher üblichen Wirkstoff Glyphosat dar. Gegen ihn sind manche Unkräuter nämlich inzwischen resistent.

Bayer CropScience bietet aber nicht nur einzelne Produkte an. „Wir verstehen uns vielmehr als Anbieter von Kulturlösungen“, erklärt Dr. Albert Witzenberger, als Global Crop Manager Fruit auch für Kaffee zuständig. Zu diesen Lösungen zählt auch, dass Experten den Kaffeebauern vor Ort helfen, ein für ihre jeweilige Situation passendes Pflanzenschutzprogramm zu entwickeln. Das globale Programm von Bayer CropScience macht bereits durch seinen Namen deutlich, worauf es abzielt: Much more coffee – viel mehr Kaffee.

„Ich vertraue diesen Produkten. Sie sind sehr gut, wirtschaftlich und effizient“, sagt Tam. Dabei berät ihn vor Ort der Pflanzenschutz-Experte Phu Hieu – er hilft ihm, Krankheiten und Insektenbefall rechtzeitig zu erkennen und das richtige Mittel auszuwählen, um dem entgegenzuwirken. „Von Hieu habe ich viel gelernt, er hat mir genau gezeigt, wann und wie man die Kaffee-Pflanzen untersucht. Vorher hatte ich viele Pflanzenschutzmittel ausprobiert – aber sie waren nicht effektiv. Hieu hat dann seine Bayer-Produkte auf meiner Plantage eingesetzt, und sie haben sehr gute Wirkung gezeigt“, sagt Tam.

Ich vertraue diesen Produkten. Sie sind sehr gut, wirtschaftlich und effizient.

Tam Dao, Kaffeebauer in Vietnam
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Kaffee – international

Die ganze Welt liebt Kaffee. Die Vorlieben bei der Zubereitung sind aber von Kontinent zu Kontinent sehr unterschiedlich.

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Hier eine kleine Auswahl: In Äthiopien, dem Geburtsland des Kaffees, liebt man den Wachmacher aromatisch und würzt ihn mit ein wenig Kardamom-Pulver. Brasiliens beliebteste Kaffeespezialität heißt „Café de olla“ und wird kalt und mit etwas Zimt serviert. Als wichtig gilt, dass das Wasser mineral- und sauerstoffreich ist.

Wer in Italien „Caffè“ bestellt, meint Espresso. Mit heißer Milch und Milchschaum wird daraus ein Cappuccino. Seinen Namen verdankt dieser Kaffee der weißen Kapuze der Kapuzinermönche.

In Japan ist derzeit Kaffee mit Sojamilch der neueste Trend unter jungen Leuten. Hintergrund ist die vermeintliche Anti-Aging-Wirkung der Sojabohne.

„Café con hielo“ ist in Spanien sehr beliebt: Dafür gießt man den gezuckerten Kaffee in ein Glas voller Eiswürfel.

Die Thailänder verzichten beim Kaffee auf Milch, greifen dafür aber umso reichlicher zu Gewürzen und Zucker.

In der Türkei kocht man den Kaffee mit Wasser auf und serviert ihn mitsamt dem „Seele“ genannten Satz. Das spezielle Aroma entwickelt sich durch die Zubereitung in einer Herdkanne – oft über offenem Feuer.

Die Menschen in den USA trinken gewaltige Mengen Filterkaffee mit viel Milch – als „Refill“ im Café oder „To Go“ im Pappbecher.

In Vietnam hat Kaffee einen überraschend schokoladigen Geschmack. Er ist sehr koffeinhaltig und stark. Seine besondere Note bekommt er durch gezuckerte Kondensmilch. Getrunken wird er heiß oder kalt mit vielen Eiswürfeln.

Kaffee ist neben Reis inzwischen das wichtigste Exportprodukt Vietnams. In den vergangenen Jahren ist das südostasiatische Land hinter Brasilien zum zweitgrößten Kaffee-Exporteur der Welt aufgestiegen und auch der Eigenbedarf ist deutlich größer geworden, denn die Vietnamesen selbst sind ebenfalls leidenschaftliche Kaffeeliebhaber: Vor allem eisgekühlt und mit gesüßter Milch ist der schwarze Wachmacher hier so etwas wie ein Nationalgetränk, das von morgens bis abends getrunken wird. Kaffee liebt man rund um den Globus. Jeden Tag werden weltweit 2,25 Milliarden Tassen getrunken. Tendenz steigend. Nach Erdöl sind die kostbaren Bohnen daher der am meisten gehandelte Rohstoff.

Kaffee im Körper

In der Provinz Dak Lak hat der Anbau von Kaffee den Kleinbauern zu bescheidenem Wohlstand verholfen. Die Bohnen machen heute 80 Prozent der Agrar-Exporte der Region aus. Auch Bauer Tam Dao kann gut von den Erträgen seiner zwei Hektar leben. „Ich bin sehr glücklich – die Erntezeit rückt näher, und meine Bäume sind sehr gesund.“ Der Kaffee-Baum hat seine Familie vor der Verarmung bewahrt und den Kindern eine gute Ausbildung ermöglicht, erzählt der heute 66-Jährige. „Ich denke, dass dank des Kaffees auch meine Kinder und Enkelkinder ein besseres Leben führen werden“, sagt er stolz. Und fügt hinzu, dass sein Sohn die Plantage wohl weiterführen wird.

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Produkt der Superlative

Kaffee gilt als das beliebteste Getränk weltweit und ist – nach Erdöl – der am meisten gehandelte Rohstoff. Er gibt 20 Millionen Menschen Arbeit und gehört zu den am besten erforschten Lebensmitteln: Jedes Jahr erscheinen bis zu 2.000 Studien, in deren Mittelpunkt meist seine gesundheitliche Wirkung steht.

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Den Ziegen sei Dank
Der Legende nach fiel im 9. Jahrhundert einem Hirten im äthiopischen Königreich Kaffa auf, dass seine Ziegen nach dem Kauen roter Kaffeekirschen auffallend lebhaft herumsprangen. Die ersten Menschen, die sich diese Wirkung zunutze machten, waren vermutlich äthiopische Nomaden. Sie zerstießen rohe Kaffeekirschen, verkneteten sie mit Fett und aßen sie als Muntermacher. Um das Jahr 1000 braute man aus dem Sud der Bohnen „qahwa“ – eine Mischung aus Wasser und dem gegorenen Saft der Kaffeekirsche. Um dieselbe Zeit gelangte Kaffee, vermutlich durch Sklavenhändler, in den Jemen, wo im 15. Jahrhundert die ersten Kaffeepflanzen kultiviert wurden.

Zwei Arten sichern die Weltproduktion
Die Pflanzengattung „Coffea“ umfasst etwa 70 Arten, die in den gesamten Tropen beheimatet sind. Trotz dieser Vielfalt hängt fast die ganze Weltproduktion von zwei Arten ab: dem Bergkaffee Coffea arabica und dem Robustakaffee Coffea canephora. Letzterer macht rund 65 Prozent der weltweiten Kaffee-Ernte aus.

Ohne Kaffee keine moderne Zeitung
Die ersten Kaffeehäuser in London hießen „Penny-Universitäten“, weil man dort für einen Penny einen Kaffee und dazu gratis lehrreiche Gespräche bekam. 1652 wurde die erste „Penny-Universität“ der Stadt eröffnet, 50 Jahre später waren es bereits mehr als 2.000. In ihnen kamen im 18. Jahrhundert auch die ersten Zeitungsredaktionen zusammen, zum Beispiel die des Tatlers und des Spectators. Sie erschienen mehrmals die Woche mit Berichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft.

Weniger ist mehr
Der Bremer Kaufmann Ludwig Roselius entwickelte um 1905 das erste kommerziell genutzte Verfahren zum Entkoffeinieren von Kaffee. Der Hintergrund war durchaus persönlicher Natur: Roselius glaubte, dass sich sein verstorbener Vater – ein starker Kaffeetrinker – mit Koffein vergiftet habe. Roselius’ Erfindung wurde bald nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich und den Vereinigten Staaten ein Erfolg.

Immer diese Vorurteile
Kaffee ist ungesund – hieß es früher. Doch mittlerweile haben sich die Meinungen geändert. In Maßen genossen soll Kaffee nach unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien unter anderem helfen,

• das Risiko für Alzheimer- und andere Demenz-Erkrankungen zu verringern,
• Frauen im Alter möglicherweise vor Depressionen zu schützen,
• das Risiko für Typ-2-Diabetes zu mindern,
• oder die Schlaganfall-Wahrscheinlichkeit bei Frauen zu senken.