Beverley Flatt

Neue Wege in der Landwirt­schaft

Im Juni kamen über 8.000 junge Erwachsene aus der Europäischen Union zum dritten vom Europäischen Parlament gesponserten European Youth Event (EYE) nach Straßburg. Beverley Flatt, die derzeit bei Bayer in der Kommunikation von Animal Health arbeitet, nahm an der Veranstaltung teil, um mit anderen über die Zukunft der Landwirtschaft zu diskutieren.

Beverley Flatt

Beverley Flatt

Content Creation Managerin bei Bayer Animal Health, Deutschland

Ich bin in einer Kleinstadt inmitten der USA aufgewachsen: Republic in Missouri. Hier habe ich mich zum ersten Mal in die Landwirtschaft verliebt. Mit 13 hätte ich nie gedacht, dass ich fast 15 Jahre später vor dem Europäischen Parlament in Straßburg stehen würde – gemeinsam mit über 8.000 jungen Menschen, die meine Leidenschaft für die Landwirtschaft teilen.

Der European Youth Event, kurz EYE, wird vom Europäischen Parlament gesponsert. An zwei Tagen mit einem vollen Programm können junge Leute diskutieren,lernen, Ideen entwickeln und Kontakte knüpfen. Dabei geht es um Themen vom fairen Handel bis zur digitalen Revolution.

Als Kind wusste ich nicht, dass ich mal Landwirtin werden würde. Ich kannte noch nicht einmal Landwirte. Doch das änderte sich, nachdem ich in der Schule einen Kurs in Agrarwissenschaft belegt hatte. Erst wollte ich Wissenschaftlerin werden, dann Schweißerin und später Lehrerin für Landwirtschaft. Letztendlich studierte ich Kommunikation und Pflanzen- und Tierzuchtwissenschaft, und vier Jahre später kauften mein Mann und ich einen Hof.

Der Betrieb der Zukunft basiert auf Technologie

Als ich mich auf die Diskussionsrunde in Straßburg vorbereitete, wurde mir klar, dass die Betriebe der Zukunft einen technologischen Ansatz brauchen. Als Landwirtin in den Vereinigten Staaten weiß ich, wie glücklich wir uns schätzen können, dass uns gewisse Technologien zur Verfügung stehen und allgemeine Akzeptanz genießen. Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Rinder verbessern sich jeden Tag mithilfe von Überwachungssoftware und Diagnosetools. Und auf einem Nachbarfeld sind die Sojaschoten widerstandsfähiger gegen Unkräuter und schützen damit unsere eigenen Heuflächen und Wiesen. In diesem Jahr haben wir endlich auf künstliche Befruchtung unserer Kühe umgestellt, was den Geburtsvorgang erleichtern und die Immunität der Kälber verbessern kann.

Im Europäischen Parlament: Beverley Flatt vor der Diskussion über die landwirtschaftlichen Betriebe der Zukunft.

Doch viele der technologischen Fortschritte, von denen unser Betrieb, unsere Kunden und die Umwelt profitieren, sind in anderen Teilen der Welt nur begrenzt verfügbar oder sogar verboten. Ich glaube, es besteht durchaus die Chance, dass einige dieser Restriktionen überdacht werden könnten, damit mehr sichere, gesunde und erschwingliche Nahrungsmittel zur Verfügung stehen, die nachhaltig produziert worden sind.

Es gibt in diesem Zusammenhang eine Erkenntnis, auf die ich zum ersten Mal vor rund zehn Jahren gestoßen bin: „2050 müssen wir zehn Milliarden Menschen ernähren.“

Damals erschien diese Zahl nicht so besorgniserregend, weil 2050 noch so weit weg schien. Doch tatsächlich sind es bis dahin nur noch 32 Saisons. 32 Chancen, etwas anzubauen. 32 weitere Züchtungszyklen. 32 Möglichkeiten, die Ernten zu erbringen, die wir brauchen. Glücklicherweise bin ich davon überzeugt, dass Technologie uns dabei helfen kann, das alles zu erreichen, und zwar in einer Art und Weise, von der Landwirte, Verbraucher und unsere Erde gleichermaßen profitieren.