• Im Land der Sojafarmer

    Die Farm der Familie Lazarini im westlichen Paraná in Brasilien umfasst etwa 1.200 Hektar. Dort werden hauptsächlich Sojabohnen angebaut, aber auch Mais, Weizen, Hafer, Bohnen und Rindfleisch produziert.

In 2014 spielt sich Brasilien an die Spitze der Welt-Sojaproduktion. Die südamerikanischen Farmer sind Weltmeister – schon vor der Fußball-WM. Mit der aktuellen Ernte fuhren sie mehr als 80 Millionen Tonnen der goldenen Bohne ein. Moderne, ertragssteigernde Technologien von Bayer haben dazu beitragen.

Zwei Spieler der „Soja-Seleção“ arbeiten im Bundesstaat Paraná. „Wir leben hier schon in der dritten Generation“, sagt Valdir Lazarini, Besitzer eines Landguts im Bezirk Santa Tereza do Oeste. Sein Betrieb mit einer Gesamtfläche von 1.200 Hektar ist auf den Anbau von Sojabohnen spezialisiert. Aber die Farm pflanzt auch Mais, Weizen, Hafer und Bohnen an und produziert Rindfleisch. Inzwischen leitet Lazarinis Sohn, Vinicius Formighieri, die landwirtschaftliche Produktion. Der 26-jährige ist studierter Agraringenieur – und hat einige Ideen, um den Familienbetrieb weiter zu verbessern: „Sowohl in der Feldfrucht- und Fleischproduktion als auch in Bezug auf die umweltbewusstere Produktion des gesamten Landguts habe ich bereits einiges bewirken können“, sagt er.

Farmer Lazarini über Sojaanbau und Naturschutz

Was die Lazarinis vor allem umtreibt, ist: Wie lässt sich ihr Betrieb noch nachhaltiger bewirtschaften – und damit auch der Sojaanbau. „Wir bearbeiten das Land nun schon seit dreißig Jahren. Von Anfang an haben wir uns immer auch für den Schutz der Umwelt eingesetzt“, sagt Agraringenieur Lazarini. Und auch der Staat Paraná macht sich für die Flora und Fauna in der Region stark: Farmer müssen 20 Prozent ihrer landwirtschaftlich genutzten Flächen gesetzlich als geschützte Gebiete unbearbeitet lassen. Das regelt das „Gesetz zum Schutz des Waldes“. Auf dem Landgut der Lazarinis trifft dies sogar auf 21 Prozent der Gesamtfläche zu. „Dieses Areal ist ein gesperrtes Gebiet, zu dem nur die Wildtiere Zugang haben“, sagt Lazarini. Einheimische Vegetation und natürliche Quellen bilden einen dicht bewachsenen Auenwald, der an einem Fluss entlang führt – und sich über etliche Kilometer erstreckt. Dank der biologischen Korridore können Wildtiere ungehindert durch die Region ziehen. Gleichzeitig verhindern diese Gebiete, dass Feldwasser direkt in die Flüsse gespült wird. „Die biologischen Korridore führen von einem Landgut ins nächste und sind alle miteinander verbunden. So können sich die Wildtiere frei zwischen den Gütern bewegen“, sagt Lazarini.

Wang Lixia, Mutter von Lu

Von Anfang an haben wir uns immer auch für den Schutz der Umwelt eingesetzt.

Vinicius Lazarini, Agraringenieur

„Wir haben in Brasilien ein Gesetz für einen Bereich geschaffen, der bislang völlig ungeregelt war“, sagt Roberto Rodrigues, ehemaliger brasilianischer Landwirtschaftsminister von 2003 bis 2006. Und diese Strategie trägt nun Früchte: Denn Jahr für Jahr schafft auch die Farm der Lazarinis das, was der Jungfarmer als „Lohn des Bauern“ bezeichnet: „Die größte Ehre, die einem Farmer zuteil werden kann, ist am Ende der Saison, eine reiche Ernte zu sehen – und damit das Produkt seiner Arbeit“, sagt er.

Um hohe Erträge einfahren zu können, kommt es aber auch auf die richtige Sojasorte an. In der Nähe der Stadt Cascavel betreibt Bayer CropScience ein neues Sojasaatgut-Forschungszentrum. „Unsere Forscher arbeiten daran, ertragreiche Pflanzen auszuwählen, mit denen sich im Klima Südbrasiliens entsprechende Erntemengen erreichen lassen, und die Resistenzen gegen die wichtigsten Krankheiten aufweisen sowie eine frühe Ernte ermöglichen“, sagt Daniel Gobbi, Sojasaatgut-Manager für Südbrasilien. Denn obwohl die Region um Cascavel günstige Bedingungen für den Sojaanbau bietet, bevorzugen die heimischen Farmer schnellreifende Sorten. Nur so können sie die zweite Anbauperiode noch vor dem eintretenden Frost im Mai, Juni und Juli nutzen.

Wir konnten 68 Mio. Hektar Land ressourcenschonend erhalten.

Roberto Rodrigues, Landwirtschaftsminister, 2003-2006

Neben ertragreichen Sojasorten baut Lazarini aber auch auf den integrierten Pflanzenschutz, der eine standortgerechte Fruchtfolge, Sortenwahl und gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen beinhaltet, und für den Bayer CropScience Lösungen anbietet. „Mehr als 60 Prozent des von uns verwendeten Pflanzenschutzes sind Produkte von Bayer“, sagt der junge Sojafarmer. Wie wichtig die Pflanzenschutz-Experten für die lokale Landwirtschaft sind, zeigt sich auch auf der alljährlichen Landwirtschaftsmesse in Cascavel. Veranstalter ist die Coopavel, eine der größten Kooperativen Brasiliens.

Anfang 2014 begrüßten dort die Außendienstmitarbeiter von Bayer CropScience die Besucher aus aller Welt an ihrem Stand. In der Nähe des Messestands pflegen sie das ganze Jahr über mehrere kleine Vorführfelder zu Demonstrationszwecken und zeigen dort beispielhafte Anwendungen für den Sojaanbau. „Wir konzentrieren uns auf die Bereiche Insektizide, Fungizide, Herbizide und Saatgutbehandlung. Unsere Experten sind aber auch weltweit vor Ort beratend unterwegs“, sagte Everton Queiroz von Bayer CropScience in Brasilien.

Das ist für Sojafarmer wichtig

Der integrierte Pflanzenschutz sowie ertragreiche Sojasorten, die gegen Krankheiten resistent sind und schnell wachsen, machen den Anbau der Wunderbohne auf Dauer nachhaltig. Denn: Würde die Produktivität heute noch der von vor zwanzig Jahren entsprechen, bräuchte Brasilien zusätzlich achtundsechzig Millionen Hektar Anbaufläche, um dieselbe Soja-Ernte einzufahren, wie in diesem Jahr. „Wir haben die Produktivität in diesem Land so sehr gesteigert, dass wir diese achtundsechzig Millionen Hektar Land ressourcenschonend erhalten konnten. Das ist nachhaltige Landwirtschaft“, sagt der ehemalige Landwirtschaftsminister Rodrigues.