Emma Schierbaum

Ich kann etwas bewirken

Die Forschung ist heute noch oft eine männerdominierte Welt – doch das ändert sich allmählich. Emma Schierbaum ist Baylab-Managerin in Reading, Großbritannien, und möchte andere Frauen für die Wissenschaft begeistern.

Emma Schierbaum

Emma Schierbaum

Baylab-Managerin in Reading, UK

Mein Vater ist Polymer-Chemiker und meine Mutter Fußpflegerin. Seit ich denken kann, habe ich immer viele Fragen gestellt. Ich weiß noch, wie sehr mich die Fossiliensammlung meines Vaters faszinierte, wie ich mir Vogeleier genau anschaute, mich in der Anatomie verschiedener Tiere abfragen ließ und wie viel Spaß ich dabei immer mit meinen Eltern hatte. Durch sie war ich von klein auf der Sprache der Wissenschaft ausgesetzt.

Mehr Frauen in der Wissenschaft

Das Thema „Frauen in der Wissenschaft“ ist schon länger aktuell, weil es immer öffentlicher diskutiert wird. Wir legen so viel Wert auf Gleichberechtigung und wollen mehr Frauen in die Wissenschaft bringen, doch wie in jedem Berufsfeld ist es eine Herausforderung, Frauen dazu zu bewegen, sich für etwas zu entscheiden, was sie normalerweise als Berufsweg nicht in Betracht gezogen hätten – vor allem heutzutage, wo sich die Zeiten geändert haben und Frauen arbeiten gehen und erfolgreich sind.

In der Vergangenheit haben Frauen für ihre Entdeckungen viel zu wenig Wertschätzung erhalten, weil die Welt der Wissenschaft sehr männerdominiert war.

Im wissenschaftlichen Umfeld können wir den Leuten zeigen, dass wir Grips haben und neue Dinge entdecken können, dass wir dieselben Interessen haben wie Männer und genauso logisch denken können. Allein darin liegt schon eine große Macht. In der Vergangenheit haben Frauen für ihre Entdeckungen viel zu wenig Wertschätzung erhalten, weil die Welt der Wissenschaft sehr männerdominiert war – obwohl sich Marie Curie natürlich größte Mühe gegeben hat! Aber die Dinge verändern sich und wir befreien uns gerade davon. Hoffentlich erleben wir bald mehr weibliche Nobelpreisträgerinnen – wer weiß.

Meine aktuelle Position als Baylab-Managerin ist für mich ein großer Erfolg und macht mir viel Spaß. Wann bekommt man schon einmal die Chance, etwas ganz neu aufzubauen? Ich kann in meinem Job wirklich etwas bewirken. Mit der Möglichkeit, meinen wirtschaftlichen Hintergrund, meine Fähigkeiten, anderen etwas zu vermitteln, und meinen Abschluss in Biochemie beruflich unter einen Hut zu bringen, ist für mich wirklich ein Traum in Erfüllung gegangen. Mein nächstes Ziel ist es, dass alles weiterzuentwickeln, mehr Materialien und neue Workshops anzubieten und mich mit allen Bereichen unseres Geschäfts zu vernetzen, denn durch das Baylab kann ich Menschen über unser Unternehmen und unsere Mission informieren und sie dafür begeistern.

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Anderen etwas zu vermitteln –  das ist Baylab-Managerin Emma Schierbaum besonders wichtig.

Immer positiv denken

Wenn ich Frauen, die gerade im Begriff sind, ihre Karriere zu starten oder weiter auszubauen, einen Rat geben sollte, wäre es, immer positiv zu denken. Ich glaube fest daran, dass es auf die Persönlichkeit ankommt, und wenn man sich mit Leidenschaft für etwas einsetzt, wird man es auch erreichen. Ich würde ihnen auch raten, sich selbst nicht in eine bestimmte Schublade zu stecken, also nicht zu denken „Für mich kommt nur Genetik in Frage“ oder „Ich schaue mir lieber nur die Formulierung an“ – es gibt so viele Möglichkeiten, und man sollte sich nicht scheuen, seinen Plan auch mal zu ändern. Nutzen Sie Chancen, auch wenn sie vielleicht zum scheinbar falschen Zeitpunkt kommen. Glauben Sie wirklich an sich. Jeder kann mal an sich selbst und den eigenen Fähigkeiten zweifeln. Das ist einfach menschlich. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Ergreifen Sie Chancen und gehen Sie Risiken ein! Wer weiß, wohin Sie das beruflich führt? Sie müssen keinem vorgezeichneten Weg folgen. Gerade wir Wissenschaftler klammern uns häufig an eine bestimmte Methode; wir wollen wissen, wo es hingeht, aber das kann auch manchmal enttäuschend sein. Eine Chance zu ergreifen, kann Ihnen einen ganz neuen Bereich eröffnen und vielleicht geschieht gerade dort Ihr Durchbruch.