Gute Milch kommt nicht von allein

Wenn Kühe gut umsorgt werden und sie gesund sind, erzeugen sie von selbst mehr Milch. Das ist die Philosophie von Leonardo Pereira. Der brasilianische Milchfarmer hat ein gutes Team, das ihn unterstützt.

Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die Landschaft in ein goldenes Licht. Die Gräser sind noch vom Tau bedeckt. Wenn die Sonne höher steigt, wird es wieder ein heißer Tag auf der Milchfarm Fazenda Reunidas im Süden der Region Minas Gerais in Brasilien. Leonardo Pereira, dessen Großvater Antonio Pereira die Farm gründete, macht sich in der frischen Morgenluft auf seinen täglichen Rundgang. Er ist schon vor Stunden aufgestanden, denn eine seiner Kühe wird bald kalben.

Auf der 2.500 Hektar großen Farm leben mehr als 1.500 Milchkühe. Für Leonardo Pereira ist jede Geburt etwas Besonderes, und in regelmäßigen Abständen schaut er nach seiner Kuh, um sicherzugehen, dass es ihr vor dem Kalben gut geht. Sie schnaubt und stößt hin und wieder einen Laut aus. Mit den Wehen dürfte sie gut klarkommen, doch es besteht immer die Gefahr, dass sie Milchfieber hat – wovon sechs bis zehn Prozent aller Milchkühe betroffen sind, insbesondere kurz vor dem Kalben.

Milchfieber ist eine Stoffwechselerkrankung, die um die Geburt auftritt, wenn der Körper einer Kuh nicht schnell genug das Kalzium mobilisieren kann, das für die Milch- und Kolostrumproduktion benötigt wird. Darum überwachen Pereira und sein Team intensiv die Gesundheit der trächtigen Kuh und achten auf eine ausgewogene Ernährung, insbesondere in den letzten zwei Wochen.

Leonardo Pereira ist Milchfarmer in Brasilien.

Leonardo Pereira streicht der trächtigen Kuh über ihr wuscheliges, braunes Fell. „Es geht ihr gut“, sagt er zufrieden. Er wird später wiederkommen und nach ihr schauen. Der Berater der Veterinary Services von Bayer, Dr. Tales Cesar, kommt regelmäßig auf den Hof. Der Farmer freut sich über Cesars Unterstützung. Dieser arbeitet eng mit ihm und dem Team zusammen, um durch praktische Lösungen die Gesundheit und das Wohl der Herde und der Kälber auf der Farm zu fördern. So stellte Cesar fest, dass die Kühe an subklinischer Hypokalzämie litten. Die Krankheit, deren Symptome nicht leicht erkennbar sind, beeinträchtigte das Wohl und die Gesundheit der Tiere und führte auf dem Hof zu wirtschaftlichen Verlusten. Er gab sein Wissen weiter, nahm Laboruntersuchungen vor und schulte die Farmmitarbeiter. Seitdem hat sich klar gezeigt, dass der Hof auch rentabler wirtschaften kann, wenn das Wohl und die Gesundheit der Tiere im Vordergrund stehen.

Cesar gehört zu einem 30-köpfigen Team von Veterinary Services bei Bayer, das Farmer in ganz Brasilien mit seinem fachlichen Know-how unterstützt. Sie stehen im regelmäßigen Kontakt mit den Milchfarmern und arbeiten mit den für die Farm verantwortlichen Tierärzten zusammen. „Wir machen eine Bestandsaufnahme von den Protokollen und wie sie auf der Farm ausgeführt werden. Außerdem versuchen wir zusammen mit den für die Farm verantwortlichen Tierärzten zu ermitteln, wie die Situation ist und wie sie sich weiter verbessern lässt. Wir haben ein gemeinsames Ziel – die Farmer dabei zu unterstützen, das Wohl und die Gesundheit ihrer Herde zu fördern. Dies ist die Grundlage für Produktivität und Profitabilität des Betriebs“, sagt der Bayer-Arzt.

Durch dieses Engagement und die enge Zusammenarbeit mit den brasilianischen Milchbauern hat sich Bayer als Partner für Lösungen, von denen die Tiere ebenso wie die Farmer profitieren, Anerkennung verschafft. „Wir kennen die Herausforderungen von Milchbauern, ihre Erwartungen und die gesamte Milchwirtschaft. Uns ist an der Verbesserung von Gesundheit und Wohl der Tiere gelegen und wir wollen in enger Zusammenarbeit mit den Farmern die Molkereibranche in Brasilien weiterentwickeln“, sagt Sergio Schuler, Leiter Commercial Operations Südliches Lateinamerika für Animal Health.

Corinna Groß

Wir möchten, dass es unseren Kühen gut geht. Davon profitiert unser Betrieb auch wirtschaftlich.

Bei einer wirtschaftlich nachhaltigen Produktion steht das Wohl der Tiere im Mittelpunkt – darum geht es Farmer Leonardo Pereira. Sein Hof baut das Getreide und Futter für die Kühe selbst an, denn gute Nahrung ist entscheidend für die Gesundheit. „Unsere Kühe sind uns sehr wichtig. Darum tun wir alles in unserer Macht Stehende, damit es ihnen rundherum gut geht. Am Ende profitiert unser Betrieb davon auch wirtschaftlich.“

Das lernt auch schon Leonardo Pereiras kleiner Sohn. Er begleitet den Vater oft. Vielleicht wird er den Betrieb mal übernehmen, der 1960 von seinem Urgroßvater gegründet wurde. „Seit drei Generationen produzieren wir hier Milch“, sagt Leonardo Pereira.

Und das neue Kälbchen? Ist vor Sonnenuntergang auf die Welt gekommen. Ihm und seiner Mutter geht es gut und beide sind gesund. Leonardo Pereira wird alles dafür tun, dass das Kleine einen guten Start ins Leben hat.