Gut Kirschen essen

Kirschen sind wahre Vitaminbomben. Aber sie sind auch besonders anfällig für Verderb: Schimmelbefall ist bei ihnen keine Seltenheit. Wie gut und haltbar die Früchte einmal sein werden, entscheidet sich bereits in der Blütenzeit – schon lange vor der Ernte. Deshalb ist frühzeitiger Schutz besonders wichtig.

Es gibt Menschen, die reisen um die ganze Welt, um blühende Kirschbäume zu sehen. Ein einzelner Baum hat bis zu eine Million Blüten. Sie umhüllen die Zweige mit ihrem reinen Weiß oder Zartrosa. Auch Patricia Bustamante liebt dieses Schauspiel. Sie muss aber nicht verreisen, um es zu bewundern: Sie erlebt es jedes Jahr zu Hause bei der Arbeit. „Es ist eine wundervolle Zeit“, sagt sie. Und einer der Gründe dafür, warum sie täglich das macht, was sie macht.

Bustamante ist Kirschbäuerin in Chile. Ihre Farm liegt in der Gegend von Agua Buena. Hier, im Vorgebirge und 137 Kilometer südlich von Santiago, reiht sich Kirschbaum an Kirschbaum. Die Gesamtfläche, auf der diese stehen, ist riesig: 100 Hektar – das entspricht etwa 140 Fußballfeldern.

Die Farm aufzubauen war für Bustamente ein Herzenswunsch. „Obwohl mein Mann aus einer Bauernfamilie stammt, bin ich die treibende Kraft“, lacht die siebenfache Mutter. Ihr Mann und die Kinder standen und stehen bei all ihren Plänen hinter ihr.

Dass sie Kirschen anbauen wollte, war ihr schnell klar. Sie mochte diese Früchte schon immer. „Vor 30 Jahren, während einer Reise in den Süden, probierte ich sie zum ersten Mal. Eine Erinnerung, die ich nie vergessen werde.“ Es war sozusagen Liebe auf den ersten Biss.

Heute sind Kirschbäume Teil ihrer Familie und ihres Lebens. Um Früchte bester Qualität heranzuziehen, arbeitet Bustamante hart. Ihr Tag beginnt um 5.30 Uhr. „Mein Team und ich beginnen jeden Tag damit, die Qualität der Ernte zu prüfen und die Früchte an ihren Lagerorten zu kontrollieren.“

Um die besten Kirschen zu produzieren, steht Bustamante nicht nur früh auf, kontrolliert und pflegt. Sie gibt ihnen auch von Anfang an den bestmöglichen Schutz.


Rote Vitaminbomben

Kirschen haben viele Vitamine – darunter Vitamin C und B-Vitamine (B1, B2, B6). Außerdem enthalten sie Mineralien wie Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor sowie das Spurenelement Zink. Kirschen sind aber auch gute Folsäure-Lieferanten. Folsäure ist ein Vitamin, das besonders für Schwangere wichtig ist. Es ist im Körper für die dann besonders wichtigen Prozesse der Zellteilung, Blutbildung und Wachstumsprozesse verantwortlich. Der Farbstoff, der die Kirschen rot färbt, ist ein sogenanntes Flavonoid. Er soll entzündungshemmend wirken und nicht nur Kirschen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen, sondern auch den Menschen. Dieser rote Stoff steckt übrigens auch in roten Trauben, Äpfeln, Rotkohl und Roter Bete.

Die Blüte ist der Beginn der für die Fruchtausbildung, Qualität und Ernte wichtigen, etwa fünf Monate dauernden Periode, die mit der Ernte endet. In dieser Zeit sind Kirschen auch anfällig für Schimmelpilz-Befall – auch, wenn man davon erst einmal nichts sieht.

In der Luft befinden sich ständig unzählige Sporen von Mikroorganismen, die für unser Auge unsichtbar sind. Sie setzen sich in der Blüte fest und warten darauf, dass die Frucht reift. Dann nämlich bildet sich in ihr Zucker, und dieser ist für die Sporen die ideale Nahrung. Die Frucht fault langsam von innen und ist nicht mehr zu verkaufen oder zum Verzehr geeignet.

Um das zu verhindern, hat Bayer ein Breitspektrum-Fungizid entwickelt. Das Mittel tötet Pilze und ihre Sporen ab und bekämpft Krankheiten wie zum Beispiel Botrytis und Mehltau sowie andere problematische Krankheiten.

Corinna Groß

Mehr Kirschen schaffen den Weg in den Handel, es wird weniger weggeworfen.

„Es verbessert die Gesundheit der Früchte sogar über die Ernte hinaus und macht sie länger haltbar. Dadurch können sie besser gelagert und vermarktet werden“, sagt Dominique Steiger, Product/Segment Manager bei Bayer. Das bedeutet auch: „Mehr Kirschen schaffen den Weg in den Handel, es wird weniger weggeworfen.“ Das ist besonders dann von Bedeutung, wenn Kirschen bis zum Verkaufsort weit reisen. Die Früchte können im Zielland noch verkauft werden, die Energie und die Kosten für den Transport wurden nicht umsonst investiert.

Bustamante hat das Produkt von Bayer in dieser Saison zum ersten Mal während der Blütezeit angewendet. „Auf so etwas haben wir lange gewartet. Das Mittel war bisher in Chile nicht erhältlich. Botrytis ist eine der Hauptkrankheiten, die unsere Kirschen befallen.“ Und das Ergebnis? Bustamante sagt, die Qualität sei nach der Behandlung besser – ihr Obst sei frischer und fester.

Auch in dieser Saison werden alle Kirschen von Bustamente – etwa 600.000 Kilo oder 100.000 Kisten – nach Asien exportiert. „China ist das Hauptzielland“, sagt Bustamante. Doch verschickt sie wirklich alle Früchte? Nein. Einige bleiben in Agua Buena. „Ich liebe es, sie direkt vom Baum zu essen“, sagt Bustamante. Und manche landen in ihrer Küche. Dann gibt es Kirschkuchen.