UN-Ziele: Nur gemeinsames Handeln führt zum Erfolg

Vor drei Jahren wurde Geschichte gemacht: Am 25. September 2015 beschlossen die Vereinten Nationen (UN) insgesamt 17 Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung. Damit verständigte sich die Weltgemeinschaft unter anderem auf die Ziele, bis 2030 Armut und Hunger zu beenden, ein gesundes Leben und Bildung für alle zu ermöglichen, die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen, Ökosysteme zu schützen sowie Produktion, Konsum und Wirtschaftswachstum nachhaltig zu gestalten.

Dr. Wolfgang Große Entrup

Dr. Wolfgang Große Entrup

Leiter des Bereiches Corporate Sustainability & Business Stewardship bei Bayer

Nun stehen solche Ziele zunächst einmal nur auf dem Papier. Sie haben keine völkerrechtlich bindende Wirkung. Und doch sollte man ihre normative Kraft nicht unterschätzen. Papier ist geduldig, aber wenn es überzeugende Ideen transportiert, kann es auch sehr mächtig sein. Das zeigen auch die Fortschritte, die die Weltgemeinschaft in einigen Bereichen erzielt hat. So ist seit der Jahrtausendwende die Müttersterblichkeitsrate in Afrika südlich der Sahara um 35 Prozent gesunken und die Sterblichkeit von Kindern unter 5 Jahren sogar um 50 Prozent. In Südasien ist das Risiko, dass Mädchen im Kindesalter verheiratet werden, um mehr als 40 Prozent zurückgegangen. In mehr als 100 Ländern gibt es Maßnahmen und Initiativen für nachhaltigen Konsum und nachhaltige Produktion.

Trotz der erreichten Fortschritte gibt es auch noch gewaltige Herausforderungen

Solche Zahlen belegen die sanfte Kraft der Vereinten Nationen und auch der UN-Nachhaltigkeitsziele – so „zahnlos“ sie auch sein mögen: Die Welt bewegt sich, wenn auch langsam und keineswegs einheitlich, in die richtige Richtung. Aber trotz der erreichten Fortschritte gibt es auch noch gewaltige Herausforderungen – und es sind auch besorgniserregende Rückschritte zu verzeichnen.

Zum Beispiel ist die Zahl der hungernden Menschen auf der Welt zwar in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen, aber im Jahr 2016 gab es zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt wieder einen Anstieg – um 38 Millionen auf 815 Millionen Menschen.

Auch so grundlegende Dinge wie der Zugang zu einer sauberen Toilette sind leider noch immer für viele Menschen unerreichbar: So hatten 2,3 Milliarden Menschen im Jahr 2015 noch immer keinen Zugang zu einfachster Sanitärversorgung, und rund 900 Millionen Menschen verrichteten ihre Notdurft weiter im Freien.

Ähnlich sieht es bei der Stromversorgung aus: Fast eine Milliarde Menschen, vorwiegend auf dem Land, haben nach wie vor keinen Zugang zu Elektrizität. Oder bei der Bildung: Weniger als die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen erfüllen die Mindeststandards im Lesen und Rechnen.

Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen – was auch zeigt, wie weit der Weg noch ist. Weitere Fortschritte sind dringend vonnöten, und dafür müssen alle Akteure – Staaten, Unternehmen und Zivilgesellschaft – mehr tun und enger zusammenarbeiten.

Regierungen müssen bessere Rahmenbedingungen schaffen

Regierungen müssen verstärkt darauf hinwirken, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Das betrifft Investitionen in die physische Infrastruktur wie Straßen und Mobilfunknetze, aber auch in gerechtere Institutionen und Rechtssicherheit. Zudem müssen die Bedingungen für Innovationen verbessert werden, denn um die Probleme zu lösen, brauchen wir auch weiteren technologischen Fortschritt – und mehr Offenheit gegenüber neuen Technologien. Das gilt zum Beispiel für die Grüne Biotechnologie, die dazu beitragen kann, die landwirtschaftliche Produktivität auf nachhaltige Weise zu steigern und so die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.

Eine wichtige Rolle – und damit eine große Verantwortung – haben auch internationale Unternehmen. Ich bin sogar überzeugt: Sie waren für das Vorantreiben der UN-Nachhaltigkeitsziele noch nie so wichtig wie heute. Denn wir erleben derzeit eine zunehmende Zersplitterung der Welt. Regierungen sind immer mehr mit sich selbst beschäftigt, nationale Interessen werden wieder stärker artikuliert. In dieser Situation können global agierende Unternehmen dazu beitragen, dass der Schwung des globalen Nachhaltigkeitsprozesses erhalten bleibt – indem sie selbst ihn weiter vorantreiben.

Wir bei Bayer arbeiten an neuen, ambitionierten Nachhaltigkeitszielen

Genau das tun wir bei Bayer. Wir werden unser Engagement in Sachen Nachhaltigkeit und Verantwortung fortsetzen und weiter ausbauen. So arbeiten wir derzeit an neuen, ambitionierten Nachhaltigkeitszielen für die kommende Dekade. Und wir werden uns an diesen Zielen messen lassen. Sie werden für uns den gleichen Stellenwert haben wie unsere Finanzziele.

Mehr dazu, wie wir mit unseren Geschäftsaktivitäten in den Bereichen Landwirtschaft und Gesundheit – gezielt ergänzt durch soziales Engagement – zu den UN-Nachhaltigkeitszielen beitragen, findet sich hier:

Der Glaube versetzt Berge, heißt es. Aber am Ende kommt es darauf an, dass aus der sanften Kraft der Überzeugung konkretes Handeln resultiert. Hier kann jeder sich in seinem Umfeld engagieren – als Bürger oder Unternehmensmitarbeiter, in einem Verein, einer NGO oder einfach in der Nachbarschaft. Warten wir nicht immer auf Regierungen, nehmen wir es selbst in die Hand! Ein paar Tipps, was jeder Einzelne tun kann, finden sich hier. Die großen Ziele der Vereinten Nationen – unsere großen Ziele – sind jede Anstrengung wert.