Eine Tasse Kaffee, bitte

Als Kaffeebauer hat Expedito Oliveira wenig Freizeit. Trotzdem liebt er seinen Beruf.

In Brasilien – dem weltweit führenden Land für Kaffeeanabau – stellen extreme Wetterschwankungen die Landwirte vor neue Herausforderungen. Bayer hilft Landwirten wie Expedito Alves Oliveira mit Tipps und technischer Unterstützung, damit sie bei der Ernte nicht leer ausgehen.

Jeden Morgen nach dem Aufstehen genießt Expedito Alves Oliveira, 72, eine Tasse frisch gebrühten Kaffee. Während ihm der Duft in die Nase steigt, denkt er an seine Familie. Die Bohnen für seinen Kaffee stammen von demselben Ackerland, auf dem sein Vater ihn und seine 14 Geschwister aufzog: in den Hängen von Santana da Vargem, in Minas Gerais, Brasilien. Mit 22 Jahren übernahm er die Plantage seines Vaters und baut seither zusammen mit seinen Geschwistern Arabica-Kaffee an.

Als erfahrener Landwirt wurde Oliveira schon oft auf die Probe gestellt – doch die derzeitigen Herausforderungen sind beispiellos. „Manchmal regnet es viel, manchmal überhaupt nicht, oder es kommt zu Frost“, sagt er. „In manchen Regionen gab es heftige Hagelstürme.“ Allein 2016 führten schwere Dürren in Brasilien zu drastischen Ernteverlusten und Umsatzeinbußen. Dennoch steigern einige brasilianische Bauern ihre Erträge. Oliveira ist einer von ihnen.

Die meisten Plantagen in der Region bringen 50 Säcke Kaffeebohnen pro Hektar Land hervor. In den vergangenen Jahren lieferte Oliveira zwischen 70 und 80 Säcken pro Hektar. 2017 schlug er seinen eigenen Rekord. „Auf zehn Hektar meines Landes schafften wir ungefähr 120 Säcke pro Hektar.“

Expedito Alves Oliveira baut seit 50 Jahren Kaffee auf seiner Familienplantage an.

Diese unglaubliche Leistung ist das Ergebnis von Oliveiras ständiger, sorgfältiger Achtsamkeit für seine Felder und der Hingabe, mit der er sich um sie kümmert. „Ich überwache die Produktion genau. Ich analysiere den Boden und das Laub zweimal im Jahr, wie es die Experten empfehlen.“ Dabei behält er mögliche Schwierigkeiten im Auge. „Wir merken, dass die Plantagen öfter von Hagel betroffen sind. Vor allem im Frühling, wenn die jungen Bohnen gerade anfangen zu wachsen. Der Hagel reißt sie von den Pflanzen, beschädigt Stämme, so dass Fäulniserreger in die Pflanze gelangen können. Sobald ich Veränderungen an den Pflanzen oder fallende Blätter bemerke, wende ich mich sofort an die Agrarwissenschaftler.“

Oliveira

Ich nutze die Informationen der Agrarwissenschaftler, doch viele andere tun das nicht. Sie kaufen Produkte, aber verwenden sie nicht sorgfältig genug.

Spezialisten von öffentlichen und privaten Institutionen und von Bayer versorgen Oliveira mit Fachwissen und technischer Unterstützung – individuell oder mit lokalen Förderprogrammen. Trotz seiner jahrelangen Erfahrung weiß Oliveira die Hilfe zu schätzen. „Wir folgen genau den Anwendungsempfehlungen aus den Sitzungen zum Pflanzenmanagement“, ergänzt er. Benachbarte Landwirte nehmen sich Oliveiras Plantage mittlerweile zum Vorbild. „Sie kommen vorbei, um die Pflanzen zu sehen und zu fragen, was wir wie verwenden.“ Für Oliveira ist die Bereitschaft zum Zuhören und Lernen entscheidend. „Ich nutze die Informationen der Agrarwissenschaftler, doch viele andere tun das nicht. Sie kaufen Produkte, aber verwenden sie nicht sorgfältig genug.“

Trotz aller Schwierigkeiten gilt Oliveiras Leidenschaft seiner Plantage. „Meine Geschwister leben hier. Sie haben eigene Familien gegründet und kümmern sich um unser Land. Der Kaffee hält unsere Familie zusammen.“

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