Liam Condon

Ein wichtiger Tag für die Zukunft der Land­wirtschaft

Landwirte brauchen Innovation. Wenn wir sie unterstützen, profitieren auch die Verbraucher und unser Planet.

Liam Condon

Liam Condon

Leiter der Division Crop Science und Mitglied des Vorstands der Bayer AG

Vor rund zwei Jahren haben Bayer und Monsanto ein Abkommen zur Übernahme von Monsanto durch Bayer geschlossen. Seitdem hatte ich Gelegenheit, viele Landwirte in aller Welt kennenzulernen, zum Beispiel in den USA, Brasilien, Kenia, Nigeria, Deutschland, den Niederlanden, China und Indien, um nur einige zu nennen.

In vieler Hinsicht hätten diese Landwirte und ihre Umstände unterschiedlicher nicht sein können. Einige bauen Mais und Soja an, manche Weizen, andere Reis. Und wiederum andere widmen sich einer Fülle von unterschiedlichen Obst- und Gemüsekulturen. Einige der Landwirte, die ich besucht habe, kümmern sich um Betriebe mit bis zu 8.000 Hektar Fläche (über 10.000 Fußballfelder), während anderen noch nicht einmal ein Hektar (nur etwas mehr als ein Fußballfeld) zur Verfügung steht.

Doch ganz gleich, wie groß ihr Betrieb ist, all diese Landwirte stehen vor einer gemeinsamen Herausforderung: Mit weniger Mitteln mehr ernten. Die Weltbevölkerung wächst rasant. Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt. Also brauchen wir bahnbrechende Innovationen – nicht nur, um den Landwirten dabei zu helfen, die heutigen Erträge zu erhöhen, sondern auch um ihre Felder, die Umwelt, ihre Betriebe und das globale Nahrungsmittelsystem für die zukünftigen Generationen zu erhalten.

Unserem Ziel, Innovationen für Landwirte zu entwickeln, sind wir heute bedeutend näher gekommen. Nach zwei langen Jahren intensiver Zusammenarbeit mit den Wettbewerbsbehörden und sorgfältiger Vorbereitung hat Bayer heute die Übernahme von Monsanto zum Abschluss gebracht. Das ist ein großer Schritt auf unserem Weg, einen globalen Marktführer in der Landwirtschaft entstehen zu lassen.

Hinter uns liegt ein langer Weg – um ehrlich zu sein, länger als erwartet. Und auch, wenn wir jetzt voller Motivation mit der Integration von Bayer und Monsanto starten wollen, sind wir noch nicht ganz am Ziel. Unsere beiden Unternehmen können erst miteinander vereint werden, wenn die Veräußerungen an die BASF in ungefähr zwei Monaten abgeschlossen sein werden

An der grundlegenden Idee hinter diesem Zusammenschluss habe ich in den vergangenen zwei Jahren nie gezweifelt. Und es gibt auch keinen Zweifel, warum er Innovationen möglich machen wird, die allen Landwirten zu Gute kommen werden.

Wir glauben, dass wir Landwirten ein maßgeschneidertes Lösungspaket mit Technologien erster Wahl anbieten können, indem wir die hochmodernen chemischen und biologischen Pflanzenschutzlösungen von Bayer mit der überragenden Expertise von Monsanto im Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften zusammenbringen.

Und zwar deshalb: Wir glauben, dass wir Landwirten ein maßgeschneidertes Lösungspaket mit Technologien erster Wahl anbieten können, indem wir die hochmodernen chemischen und biologischen Pflanzenschutzlösungen von Bayer mit der überragenden Expertise von Monsanto im Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften zusammenbringen. Wir glauben, dass wir Innovationen schneller voranbringen und Landwirten die Lösungen bieten können, die sie besonders dringend benötigen, indem wir unsere führenden Forschungs- und Entwicklungsfähigkeiten unter einem Dach miteinander vereinen. Darüber hinaus werden wir über eine führende digitale Plattform für die Landwirtschaft verfügen, die Climate Corporation. Dank Analytik und digitalen Erkenntnissen, die dem neuesten Stand der Technik entsprechen, können wir den Landwirten dabei helfen, besser informierte Entscheidungen zu treffen. Damit können sie die begrenzten natürlichen Ressourcen optimal einsetzen und, letztendlich, sowohl Nachhaltigkeit als auch Profitabilität verbessern.

Wir wollen diese Innovationen mit einem höchst engagierten globalen Team verwirklichen: eine vielfältige Belegschaft aus Agrarwissenschaftlern, Datenwissenschaftlern, Biologen, Chemikern und vielen anderen Experten. Unser Team besteht aus Müttern, Vätern, Söhnen und Töchtern und natürlich Großeltern in aller Welt, die sich alle um die Gesundheit ihrer Familien und ihres Umfelds kümmern wollen und denen auch unsere Kunden wirklich am Herzen liegen. Sie gehen mit unseren Kunden auf die Felder und hören ihnen ganz genau zu, damit sie auf die individuellen Bedürfnisse dieser Landwirte genau die passende Antwort finden. Für die Landwirte ist nicht nur wichtig, was sie anpflanzen, sondern auch, wie es angebaut wird – denn ihre Familien und Freunde brauchen gesunde Nahrungsmittel genauso sehr wie du und ich.

Natürlich kommen wir ohne Innovation und Fortschritt nicht voran. Aber sie bringen uns nur wenig, wenn die gesellschaftliche Akzeptanz fehlt. Wir sind uns unserer gestiegenen Verantwortung bewusst und verpflichten uns zu höchster Transparenz. Unsere Bemühungen um einen offenen Dialog mit der Öffentlichkeit, um Landwirte und Verbraucher enger mit einander in Kontakt zu bringen, möchten wir verstärken. So wollen wir dazu beitragen, dass die Verbraucher verstehen, dass gute Lebensmittel nur auf gesunden Feldern und durch gute Ernten entstehen – und dass Innovation genau das leisten kann.

Ich bin davon überzeugt, dass es bisher in der Entwicklung der Landwirtschaft keine spannendere Zeit gab. Ich freue mich auf die bevorstehende Integration unserer Teams. Dabei bin ich sehr zuversichtlich, dass wir für landwirtschaftliche Betriebe jeglicher Größe rund um den Globus durch unsere gemeinsame Expertise und unser vereintes Portfolio herausragende Innovationen und Dienstleitungen anbieten können. Und damit werden wir nicht nur unser Geschäft sichern, sondern die Welt auch etwas besser machen – Ernte für Ernte.

Mit freundlichen Grüßen,

Liam Condon,
Leiter der Division Crop Science

Bayer und Monsanto kooperieren weiterhin als Wettbewerber, bis die vom US-Justizministerium geforderte Hold-Separate-Verpflichtung aufgehoben wurde.