COVID-19-Hackathon: Gemeinsame Ziele, kreative Lösungen

Ein medizinischer Gesichtsschutz, der digital überprüft, ob der Arzt, der ihn trägt, Anzeichen einer Erkrankung zeigt. Ein virtuelles Wartezimmer per App, damit sich das Coronavirus unter den Patienten nicht weiterverbreitet. Ein computergestützter Schnelltest für zu Hause, der es Verbrauchern ermöglicht, ihr Immunsystem selbst auf Antikörper gegen das Virus, das COVID-19 verursacht, zu untersuchen. Über die Divisionen und Kontinente hinweg beteiligen sich Bayer-Kollegen am COVID-19-Hackathon.

Das sind nur einige der Ideen, die Bayer-Mitarbeiter vor Kurzem im Rahmen des Coronavirus-Hackathons entwickelt haben, der vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) organisiert und von der Bayer-Division Crop Science unterstützt wurde. Da es bei Crop Science so viele interessierte Mitarbeiter gab, schloss die Division ihren eigenen Hackathon mit eigener Jury und eigenen Auszeichnungen daran an.

Während Wissenschaftler in aller Welt daran arbeiten, Wege zur Bekämpfung des Virus zu finden, nahmen Dutzende von Bayer-Experten an dem Hackathon teil, um schnelle, umsetzbare Lösungen zu entwickeln, die die Verbreitung des Virus und der dadurch ausgelösten Krankheit verlangsamen könnten.

„Bei Bayer gibt es in allen Divisionen zahlreiche engagierte Experten, die mit ihrer Zeit und ihren Fähigkeiten gerne freiwillig dazu beitragen möchten, die Verbreitung des Virus, das ihr Umfeld und ihre Kunden bedroht, einzudämmen“, erläuterte Mark Sparks, Vice President und Global Head of Digital Platforms bei der Division Crop Science. „Ob Datenwissenschaftler, Programmierer, Forscher oder Analysten – wir alle haben etwas zu bieten, und dieser Hackathon hat wirklich gezeigt, dass Bayer-Mitarbeiter alles dafür tun, Lösungen zu finden.“

Kollegen aus allen Divisionen beteiligten sich an dem Hackathon. Viele von ihnen nutzten dabei die erweiterten Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement, die Bayer in den USA bietet, um Kollegen zu unterstützen, die ihre Zeit und ihre Expertise im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie einsetzen möchten.

An einem Freitagabend bildeten die Teilnehmer Teams und arbeiteten dann 48 Stunden am Stück, um schließlich ihre Ideen vor Jurys zu präsentieren, die dabei helfen können, die notwendigen Ressourcen zu organisieren, um die Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

„Es war körperlich anstrengend, aber für mich persönlich sehr aufregend“, erzählte Vinod Das, ein Programmierer bei Bayer, der an dem Hackathon von seinem Zuhause aus in New Jersey teilnahm. „Ich arbeite bei Bayer, weil ich Probleme lösen will – hier vor Ort und in aller Welt“, betonte Tai Seung Jang, Senior Data Scientist in der Division Crop Science, der beim Hackathon ein Team von Kollegen anführte. „Ich habe meinem Team gesagt, dass sie keine Kenntnisse in der Datenwissenschaft benötigen, um Probleme zu lösen, sondern einfach nur Engagement und Teamfähigkeit.“

Hier sind einige der innovativen Lösungen der „Hacker“.


  • Vinod Das, Systementwickler und Technikexperte bei Bayer, leitete ein Team aus drei Hackern, die einen Plan für ein Lösung entwarfen, die es Verbrauchern erlauben würde, ihr Immunsystem zu Hause auf Antikörper gegen das Virus zu untersuchen. Von seinem Zuhause in New Jersey aus schloss er sich mit zwei Teammitgliedern von außerhalb Bayers zusammen, die dieselbe Idee hatten: einem Programmierer aus Chile und einem Arzt aus Saudi-Arabien. Gemeinsam arbeiteten sie 48 Stunden am Stück an einem Programm und einer dazugehörigen Hardware-Lösung und präsentierten die Idee den Juroren des MIT.

    „Unser Ziel war es, einen einfachen Weg zu finden, um den Status des Immunsystems zu überprüfen. Ein Bluttest, eine Software und ein Stück Hardware für etwa 10 Dollar können letztendlich zeigen, ob das eigene Immunsystem so stark ist, dass man beruhigt aus dem Haus gehen kann. Dieses Modell könnte man in Zukunft über COVID-19 hinaus zur Überprüfung des Immunsystems nutzen.


  • Ein Team aus Mitarbeitern von Crop Science entwickelte ein digitales System, das mit der persönlichen Schutzausrüstung der Ärzte interagiert, um mögliche Anzeichen einer Erkrankung zu erfassen und zu verfolgen. Das System würde IoT-Technologie nutzen, um die Körpertemperatur und andere Werte der im Gesundheitswesen Beschäftigten zu überwachen, und sie über eine LED-Lampe darauf hinzuweisen, wenn sie pausieren und sich auf Symptome untersuchen sollten. Die Idee für einen solchen Gesichtsschutz und das dazugehörige interaktive Daten-Dashboard, dass die Daten zu COVID-19 erfasst, wurde von den Datenwissenschaftlern Tai Jang (Südkorea), Saeed Mirshekari (Iran) und Smiruthi Ramasubramanian (Indien), der Managerin für digitale Projekte Mandy Makowsky (USA), der Pflanzenzüchterin Maria Mateos Hernandez (Mexiko) und dem Bioinformatiker Ahmad Sadeque (Pakistan) entwickelt.

    „Der intelligente Gesichtsschutz ist eine Innovation, die man schnell und kostengünstig in der Masse produzieren könnte“, so Mirshekari. „Abgesehen davon, dass damit die stark gefährdeten Menschen geschützt würden, die an vorderster Front stehen, könnten die Sensoren, die in dieses innovative System integriert sind, eine Menge aufschlussreicher Daten liefern, die zum Verständnis und zur effektiveren Bekämpfung zukünftiger Pandemien beitragen könnten.“


  • Cristina P. Estepa Gonzalez, Expertin für globalen Marktzugang und innovative Preisgestaltung bei der Division Pharmaceuticals, arbeitete in einem Team mit, das eine App als „digitales Wartezimmer“ entwickelt hat. Damit könnten Patienten die Wartezimmer, in denen sich häufig viele Keime tummeln, vermeiden. Mit der App, die auf der bestehenden Terminsoftware der Arztpraxis aufbaut, können sich die Patienten beim Arzt anmelden und dann in ihren Autos oder an einem anderen sicheren Ort auf eine SMS warten, die sie darüber informiert, dass der Arzt nun bereit für ihren Termin ist.

    „Wartezimmer waren noch nie eine ideale Lösung, doch jetzt können sie tödlich sein“, erläutert sie in ihrem Zuhause in Berlin. „Telemedizin ist in bestimmten Fällen nicht möglich. Wie können wir also für Menschen, die zum Arzt gehen müssen, mehr Sicherheit schaffen?“ Sie nahm am Bayer Innovation Network teil, einem innovativen Schulungsprogramm zur Innovationsmethode Systematic Inventive Thinking (SIT) und für Innovationscoaching.

    „Bayer wird immer innovativer und kooperativer. Dass Initiativen zur sozialen Verantwortung gefördert werden, ist ein sehr positiver Trend“, so Estepa. „Mein Heimatland Spanien ist hart von der Krise getroffen worden. Ich bin alleinerziehende Mutter, und obwohl es schwierig ist, die Zeit dafür zu finden, ist es mir wichtig, bei der Bekämpfung dieser Pandemie zu helfen – nicht nur für unsere Generation, sondern auch für unsere Kinder und Eltern.“
  • Zwei Teams aus Crop-Science-Mitarbeitern entwarfen Pläne für digitale Systeme, die den Städten dabei helfen sollen, mit den Auswirkungen von COVID-19 und weiterer potenzieller Infektionskrankheiten umzugehen. Der erste Plan beinhaltete eine webbasierte Plattform, die Anbieter von Dienstleistungen für spezielle Bedürfnisse mit den Bürgern und Unternehmen in Verbindung bringt, die beispielweise aufgrund von Quarantäneanordnungen Unterstützung benötigen. Dabei kann es sich um Dienstleister aller Art handeln, von Anbietern von Masken und sonstiger Ausrüstung über die Betreuung von Haustieren bis hin zu psychologischer Unterstützung. Sie werden dann mit Einzelpersonen oder Unternehmen zusammengebracht, die spezielle Bedürfnisse haben.

    Bei dem zweiten Projekt handelte es sich um ein Warnsystem für Infektionskrankheiten, das ein Modell zur Nachverfolgung und Vorhersage von Erkrankungen mit mobilen, webbasierten Anwendungen vereint, die Städte und Gemeinden informiert, sobald ein Risiko vorliegt. Dasselbe Modell könnte auch zur Warnung vor anderen Krankheiten wie der herkömmlichen Grippe genutzt werden.

Mehrere Teams arbeiten nach eigener Aussage daran, sich mit anderen im MIT, bei Bayer und weiteren Einrichtungen zusammenzutun, um mögliche Ideen gemeinsam zu verfolgen.

In der Zwischenzeit werden die Teilnehmer von ihren Familienmitgliedern unterstützt – und bekommen ein paar Pausen mehr als es beim Hackathon der Fall war.

„Als ich fertig war, sprang mein fünfjähriger Sohn auf meine Schultern und lachte“, erzählte ein Teilnehmer. „Das hat mir einen der vielen Gründe in Erinnerung gerufen, aus denen wir uns zusammenschließen, um alles in unserer Macht Stehende zu diesem Kampf beizutragen.“

Teammitglied Mandy Makowsky betonte, dass die Veranstaltung die Chance bot, Teil einer größeren Aktion zu sein, die wirklich etwas bewirken kann.

„In Zeiten von sozialer Isolierung und Quarantäne fühlen sich viele Menschen hilflos. Die Welt scheint sich im Chaos zu befinden. Da hilft zumindest die Solidarität vieler hilfsbereiter Menschen, dabei, den Kopf nicht hängen zu lassen. Es fühlt sich gut an, unsere einzigartigen Stärken zur Lösung eines globalen, gemeinsamen Problems einzusetzen.“