Bijoy Sagar

Corona-Warn-App: Technologie kann Leben retten

 

In Deutschland wurde jetzt die Corona-Warn-App veröffentlicht. Bayer unterstützt diese Applikation und wir empfehlen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sie zu nutzen – selbstverständlich völlig freiwillig. Die App verbessert den Schutz für Angehörige und Mitbürger. Sie hilft uns, schneller zum normalen Leben zurückzukehren, weil Infektionsketten unterbrochen werden können.

Die App schlägt nachträglich Alarm, wenn der Nutzer sich in der Nähe einer positiv auf das Corona-Virus getesteten Person aufgehalten hat, welche das System ebenfalls nutzt. Wer diese Person war und wann oder wo genau der Kontakt stattgefunden hat, erfährt der Nutzer nicht. Die Software nutzt eine spezielle Bluetooth-Technologie (Bluetooth Low Energy, BLE), um andere Smartphones in der Nähe zu erkennen, welche die App ebenfalls installiert haben. Die Geräte tauschen dann anonymisiert verschlüsselte Daten über die Dauer und die physische Distanz ihres Zusammentreffens aus. Der Ort des Kontakts wird dabei nicht übertragen. Ein Algorithmus dient als Maß dafür, ob Zeitraum und Abstand für eine Infektion ausreichen würden. Jene Treffen, bei denen das der Fall ist, werden für eine bestimmte Zeit lokal auf dem Gerät hinterlegt. Wird nun ein Nutzer positiv auf SARS-CoV-2 getestet, kann er das freiwillig in der App angeben. Nach Bestätigung des Testergebnisses erhalten daraufhin alle relevanten Kontakte eine Warnung auf ihr Smartphone.

Die App ist ein praktisches Beispiel dafür, wie digitale Technologien den Kampf gegen Krankheiten unterstützen können. Technik hat keinen Selbstzweck, sondern sollte immer einem höheren Zweck dienen. Und welchen höheren Zweck könnte es geben, als Leben zu retten? Bei Bayer wollen wir Daten und Technologie dafür nutzen, unsere Vision umzusetzen: Health for all, hunger for none. Deshalb unterstützen wir auch diese App.

Es gibt unterschiedliche Ansichten darüber, wie Sicherheit und Gesundheitsschutz auf der einen Seite sowie Datenschutz auf der anderen abgewogen werden sollten. Das erklärt, warum es weltweit unterschiedliche Applikationen gibt, die ein ähnliches Ziel verfolgen. Einige asiatische Länder waren schneller in der Entwicklung von Apps, die die Ausbreitung der Pandemie überwachen. Aber sie haben eben nicht die hohen europäischen Datenschutzstandards, die für das Vertrauen der EU-Bürger in Technologie entscheidend sind. Diese Pandemie kennt jedoch keine nationalen Grenzen und bleibt eine weltweite Bedrohung für uns alle. Deshalb sollten wir an harmonisierten Lösungen arbeiten, die auch jenseits der Grenze funktionieren – zumindest in Ländern mit einer gemeinsamen gesetzlichen Grundlage wie sie die EU mit der Datenschutzgrundverordnung hat.

Liam Condon

Bijoy Sagar

Chief Information Technology and Digital Transformation Officer

Ich sehe zwei positive Effekte, die diese Krise haben kann: Sie kann zu mehr Zusammenarbeit führen, zu einer besseren gegenseitigen Unterstützung, sowohl auf einem persönlichen als auch auf internationalem Level. Und sie kann die digitale Transformation unsere Gesellschaften beschleunigen, wenn Menschen erleben, dass Technologie ihr Leben besser machen kann. 

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