Besser mit Prostatakrebs leben

 

Ray lebt mit Prostata-Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Eine konventionelle Hormontherapie wirkte bei ihm nicht mehr. Als Teilnehmer einer Studie zu einem neuen in Entwicklung befindlichen Wirkstoff von Bayer hat er positive Erfahrung gemacht und kann sein Leben weitgehend so fortführen wie in guten Zeiten.

Ray Park war 57 Jahre alt und gerade in Rente gegangen. Er und seine Frau Nancy freuten sich darauf, endlich viel Zeit miteinander zu verbringen – dann schien von heute auf morgen alles auf der Kippe zu stehen. Eine Diagnose brachte Rays Leben durcheinander: Prostatakrebs. Ray war schockiert. „Ich hatte nicht damit gerechnet, Krebs zu haben.“ Erst zwei Monate zuvor war Nancys Vater an Krebs gestorben. Auch Ray hatte jetzt Angst, er könnte sterben. „Krebs ist ein Killer“ ging ihm durch den Kopf.

14 Jahre ist dieser Moment her. Damals wusste Ray noch nicht, dass auch er den Krebs nicht besiegen würde. Auf Phasen, in denen es ihm gut ging, folgten solche voller Sorgen. Keine Behandlung und Therapie konnten ihn heilen. Rays Glück: Die Medizin hat seitdem große Fortschritte gemacht – und ermöglicht es ihm heute, trotz fortgeschrittenen Stadiums besser mit der Erkrankung zu leben, als es noch vor Jahren möglich war.

Klicken Sie auf den Play-Button, um das Video zu starten.

Im Jahr 2005, als der Arzt den Krebs entdeckte, hatte Ray zunächst keine Symptome. „Was können wir jetzt tun?“, fragte Ray. „Ich hatte keine Ahnung von Prostatakrebs. Es war ein völlig neues Thema für mich.“ Ray wollte den Krebs so schnell wie möglich aus seinem Körper heraushaben. Er wurde operiert.

Damit war das Thema erledigt – vorerst. Doch ein paar Jahre später stieg der PSA-Wert wieder, welches in seiner Situation einen Krebsrückfall bedeutete. Wieder traf es Ray wie aus heiterem Himmel. Es ging ihm gut, er fühlte sich wohl. Doch die Krankheit war wieder da. Der Arzt empfahl eine Strahlenbehandlung. Das wirkte eine Zeit lang.

Der Arzt verschrieb eine Hormontherapie. Bei dieser verhindern Substanzen die Bildung des männlichen Sexualhormons Testosteron oder blockieren dessen Wirkung auf verbliebene Krebszellen. So kann das Wachstum von Prostatakrebszellen gestoppt oder verlangsamt werden.

Bei Ray half das für ein paar Jahre. „Dann ging der PSA-Spiegel wieder nach oben.“ Der Urologe empfahl, einen Spezialisten aufzusuchen. Ray hatte das sogenannte Stadium des kastrationsresistenten Prostatakarzinom oder CRPC (castration-resistant prostate cancer, CRPC) erreicht. Das heißt, dass der Krebs noch keine Metastasen gebildet und somit noch nicht gestreut hatte. Das bedeutet: Obwohl die konventionellen Testosteronblocker den Hormonspiegel sehr weit abgesenkt haben, schreitet die Krankheit biochemisch weiter voran.

Das ist im Anstieg des PSA-Wert erkennbar, auch wenn der Tumor selbst noch nicht gestreut (also metastasiert) hat. Bei Männern mit fortschreitendem nicht-metastasiertem CRPC, deren PSA-Wert sich in kurzer Zeit verdoppelt, ist oftmals die Zeit bis zur Tumorstreuung und letztlich auch bis zum Tod verkürzt.

Fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache

Prostatakrebs ist die weltweit zweithäufigste Krebsart bei Männern. Im Jahr 2018 wurden Schätzungen zufolge bei etwa 1.276 Millionen Männern weltweit Prostatakrebs diagnostiziert. Rund 359.000 Patienten starben an der Krankheit. Prostatakrebs ist damit die fünfthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind entscheidend, um ihn früh zu erkennen, denn Beschwerden treten meist erst später im Krankheitsverlauf auf.

Bis vor wenigen Jahren gab es für dieses Stadium der Erkrankung noch keine etablierte Therapie. Seit Kurzem gibt es eine neue Medikamentengruppe von Androgenrezeptor-Inhibitoren für Patienten wie Ray mit Prostatakrebs, der noch nicht gestreut hat, aber trotz der Behandlung mit Standard-Hormontherapie weiterwächst.

Eine Behandlung mit einer dieser neuen Therapien kann die Zeit hinauszögern, bis der Tumor streut, auch wenn sie keine Heilung bedeuten. Mit einigen dieser Medikamente können aber auch unangenehme Nebenwirkungen wie Bluthochdruck, Schwindel, Hautausschläge, Übelkeit, Stürze und Knochenbrüche einhergehen.

Das ist für die Patienten, die häufig noch keine Symptome spüren, oft sehr beeinträchtigend. Aus diesem Grund besteht ein großer medizinischer Bedarf an neuen Therapien, die die aktiv im Leben stehenden Patienten so wenig wie möglich beeinträchtigen.

Ray entschloss sich, an einer großen klinischen Studie teilzunehmen, in der alle Patienten die Standardtherapie (in Form einer konventionellen Hormonbehandlung) bekamen, und eine Gruppe zusätzlich einen in der Entwicklung befindlichen Wirkstoff (Androgenrezeptor-Inhibitor) von Bayer erhielten, dessen Wirksamkeit und Verträglichkeit überprüft werden sollte. Bei den zufällig ausgewählten Vergleichsgruppen landete Ray in der Kombinationsgruppe. Er sprach gut auf die Behandlung in der Studie an und kann auch nach der Studie sein Leben ohne größere Einschränkungen so fortführen wie bisher.

Er geht mit seiner Frau am Strand spazieren, kümmert sich um seine Enkeltochter, spielt ein- bis zweimal die Woche Golf, hilft im örtlichen Tierheim und in der Schule aus. „Es fällt mir schwer, nichts zu tun“, sagt er.

Was rät er anderen, die auch mit der Krankheit leben müssen? „An das Gute glauben, positiv denken.“ Aber auch die liebevolle Unterstützung durch seine Frau habe sehr geholfen. Das nächste größeres Ziel der beiden? „Eine Kreuzfahrt!“