• Bayer ist bunt

    Premiere für Bayer: Tobias Ludwig und seine Kollegen feiern den Christopher Street Day.

Bayer-Mitarbeiter Tobias Ludwig hat sich in seinem Leben schon viele Ziele gesetzt. Eines lag ihm aber ganz besonders am Herzen: dass Bayer mit einem eigenen Parade-Truck am Christopher Street Day in Köln teilnimmt. Diese Mission hat er nun in die Tat umgesetzt.

Wir brechen auf“, ruft Tobias Ludwig und klettert die paar Stufen hinauf auf den Festwagen, und dann geht’s los. Die Karawane rollt. Kurz nach eins an diesem Juli-Mittag in Köln, es ist sonnig, es ist heiß – und es ist Christopher Street Day, jener Festtag der Lesben-, Schwulen-, Bi- und Transsexuellen-Gemeinde, der weltweit mit bunten Demonstrationen gefeiert wird.

Der Kölner Umzug gilt als einer der größten Europas, rund eine Million Menschen säumen den Kurs, den die 93 Festwagen quer durch die Stadt nehmen. Und obwohl Ludwig den Christopher Street Day seit Langem kennt, ist dieses Mal die Kölner Parade etwas Besonderes für den 34-Jährigen: Denn erstmals nimmt Bayer mit einem eigenen Festwagen daran teil und setzt damit ein Zeichen für Vielfalt und gegen Diskriminierung. Und Tobias Ludwig gehört zu dem Team, das maßgeblich daran beteiligt war, dass es zu dieser Premiere kam.

Tobias Ludwig filmte beim Christopher Street Day vom Bayer-Truck.

Im Oktober 2012 tritt er bei Bayer seinen ersten Job als Managementberater an. Als er im darauffolgenden Sommer beim Kölner Christopher Street Day als Zuschauer mitfeiert, denkt er: „Warum ist Bayer nicht mit einem Wagen dabei?“ Nach einer Recherche im Intranet erfährt er, dass es im Konzern ein Netzwerk von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt, das sich für die Rechte der Lesben-, Schwulen-, Bi- und Transsexuellen einsetzt. Er engagiert sich, wird bald Teil des globalen Leitungsteams von BLEND (englisch für Mischung), wie das Netzwerk seit 2015 heißt. Und als es 2016 zu einem Treffen mit Personalvorstand Dr. Hartmut Klusik kommt, ist Ludwig derjenige, der fragt: „Können wir 2017 bei der Parade mit einem Festwagen teilnehmen?“ Klusik lässt sich nicht lange bitten.

„Bayer steht für Vielfalt und Gleichberechtigung, denn uns liegt viel daran, dass sich alle Beschäftigten bei uns wohlfühlen und die Chance bekommen, ihre volle Kreativität und Innovationskraft zu entfalten“, sagt Klusik. Das Ja des Vorstands bedeutet: Ein Festwagen muss gemietet, eine bunte Wagenverkleidung gestaltet werden. Und Wurfmaterial muss her. Der Claim, mit dem BLEND auch schon in Brasilien, den USA und China auftritt, ziert nun auch den Parade-Truck: „Bayer: Respecting Your Right To Be You“. Er schmückt den Festwagen sowie die schwarzen T-Shirts der fast 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bei der Christopher-Street-Day-Premiere von Bayer hoch auf dem kunstvoll gestalteten Wagen feiern oder als Fußgruppe mitlaufen.

„Bayer ist sich bewusst, wie wichtig es für ein Unternehmen ist, auf Diversity zu setzen“, sagt die Patentanwältin Céline Bordin, ebenso wie Tobias Ludwig Mitglied des BLEND-Organisationsteams. „Heute“, so erzählt sie im Anschluss an die dreistündige Parade, „waren wir alle wir selbst – und so wollen wir jeden Tag sein. Auch Bayer will, dass wir so sein können. Das ist ein Riesenerfolg!“

Corinna Groß

Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter verdient es, sich sicher und wertgeschätzt zu fühlen

Celina Chew, Landessprecherin von Bayer Greater China

Die Vorzüge einer offenen Unternehmenskultur haben sich bei Bayer weltweit herumgesprochen, auch in China. „Bayer bietet Arbeitsplätze für alle Menschen an; dabei kommt es allein auf die Leistung an und nicht auf Geschlecht, Kultur, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität. Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter verdient es, sich sicher und wertgeschätzt zu fühlen“, sagt Celina Chew, Landessprecherin von Bayer Greater China. Man darf also davon ausgehen, dass BLEND an Bedeutung weiter gewinnt – und die Christopher-Street-Day-Teilnahme keine Eintagsfliege war.

Fünf Jahre Einsatz für Diversity: Wie BLEND entstand

Seit 2012 gibt es bei Bayer das globale Netzwerk BLEND, das sich für die Gleichbehandlung von schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Mitarbeitern einsetzt, gegen Diskriminierung kämpft und für eine Unternehmenskultur eintritt, die von Offenheit und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Die Ursprünge des Netzwerks reichen noch weiter zurück – bis in die 1990er Jahre, als eine Handvoll Mitarbeiter in Berkeley und Berlin Gruppen ins Leben riefen, die sich für Gleichberechtigung von LBGT-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern im Konzern einsetzte (Lesbian, Bisexual, Gay, Transgender). 

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Heute ist die Community weltweit aktiv und zählt mittlerweile rund 500 Mitglieder, darunter auch eine immer größer werdende Anzahl von Nicht-LGBT Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. So gibt es seit Kurzem BLEND-Gruppen auf den Philippinen, in Brasilien und in China. „BLEND ist ein wachsendes Netzwerk, in dem Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spielt: Etablierte Gruppen unterstützen junge. Viele Ideen entstehen lokal und verbreiten sich global“, sagt Tobias Ludwig, der bis vor Kurzem dem globalen Leitungsteam von BLEND angehörte. „Wir sind alle Teil einer weltweiten Diversity, ganz egal, wie alt wir sind oder welches unsere sexuelle Orientierung ist“, sagt Céline Bordin, die das deutsche BLEND-Chapter leitet.

Ziel von BLEND ist es, Bayer dabei zu unterstützen, ein weltweit sichtbares Vorbild für Gleichbehandlung zu werden und alle Menschen darin zu bestärken, sich frei zu entfalten. Die Mitglieder der BLEND-Community unterstützen und beraten auch interessierte Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen zu Themen der Lesben-, Schwulen-, Bi- und Transsexuellen-Gemeinschaft und bestärken auch Nicht-LBGT-Kolleginnen und -Kollegen mitzumachen.

Mehr Informationen gibt es unter blend@4bf652b604f043a1a849eae752808bf5bayer.com

Tobias Ludwig übergibt seine Tätigkeit im globalen Leitungsteam nun in andere Hände. „Mission erfüllt – Zeit für einen Wechsel“, erklärt er seine Entscheidung. „Dass Bayer zum ersten Mal dabei war, ist für mich ein großartiger Schlusspunkt.“ Als Berater wird er weiter zur Verfügung stehen. Und er hat auch schon einen Tipp für den Umzug im nächsten Jahr parat: „Bitte mehr Wurfmaterial! Das war etwas knapp kalkuliert“, sagt Ludwig mit einem Lachen.