Auch beim Fußpilz kommt es auf die Abwehr an

 

Fußpilz ist und bleibt ein Tabuthema. Dabei lauern die Erreger überall, nutzen Unachtsamkeit und Lücken im Abwehrsystem – und greifen dann an. Mit wenig Erfolg bei Bayer-Bundesliga-Torhüterin Anna Klink: Sie versteht sich nicht nur auf das Abwehren von Bällen.

Abrollen, aufstehen, Ball sichern und weiter Abschlag ins gegnerische Feld. Anna Klink trainiert sieben Mal die Woche – am Wochenende steht sie in der Bundesliga als Torhüterin für Bayer 04 Leverkusen auf dem Platz. Mit Hand und vor allem mit Fuß, sagt die 24-Jährige. „Ich muss mit meinen Händen die härtesten Schüsse auch aus dem Nahbereich abwehren, aber meine Füße werden noch mehr beansprucht.“

Sprinten, bremsen, springen, drehen, schießen, abwehren – Klinks Füße leisten Schwerstarbeit. Als Torhüterin macht sie viele kurze und abrupte Bewegungen: „Dabei belaste ich vor allem den Vorderfuß – und das geht auf die Zehen.“ Deshalb kommt es im Fußballsport häufig zu Verletzungen des Nagelapparats und der umliegenden Haut. Das enge Schuhwerk sowie die mechanische Belastung führen zu Nagelverletzungen, Blasenbildungen oder feinen Rissen. Durch das feucht-warme Milieu in den Schuhen sind diese Verletzungen ideale Eintrittspforten für die Pilzerreger.

Deshalb kommt den Füßen bei der Pflege größte Aufmerksamkeit zuteil. „Füße sind das wichtigste Kapital für Sportler. Wenn meine Füße nicht in Ordnung sind, kann ich meine Leistung nicht hundertprozentig abrufen“, sagt die Keeperin. Sie setzt deshalb besonders auf gute und professionelle Fußpflege sowie regelmäßige Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur.

Hilfe bekommt das Bundesligateam durch die Physioabteilung unter Jacqueline Ciompala und Laura Gerlich sowie Mannschaftsärztin Dr. Stefanie Meyer zu Altenschildesche. Zu Beginn der Saison werden die Spielerinnen untersucht und Problemzonen gesichtet, um dann gezielte Hilfen anzubieten. „Das Schuhwerk muss regelmäßig überprüft, angepasst und gegebenenfalls durch Einlagen unterstützt werden, um Beschwerden vorzubeugen“, sagt Jacqueline Ciompala. „Zudem werden die Schuhe nach jedem Spiel desinfiziert.“

Und was, wenn es doch mal eine Pilzinfektion gibt? „Dann setzen wir vor allem eine Bifonazol-haltige Creme ein, die schnell Abhilfe schafft“, erklärt Ciompala die Erste-Hilfe-Maßnahmen. „Viele empfinden es als unangenehm, den Fußpilz zur Behandlung berühren zu müssen. Die neue Canesten EXTRA Creme mit dem Applikator ist eine echte Hilfe, weil sich die Creme auch an schwer zugänglichen Stellen wie zwischen den Zehen ohne Anfassen aufbringen lässt“, sagt Mannschaftsärztin Dr. Meyer zu Altenschildesche.

Typische Symptome lassen Fußpilz leicht erkennen.

So entsteht Fußpilz

Für den überwiegenden Anteil aller Fußpilzerkrankungen ist der Fadenpilz Trichophyton rubrum verantwortlich. Er ernährt sich von der Hornsubstanz, beispielsweise Haut, Haaren und Nägeln. Die Sporen benutzen Enzyme, um tief in die Hornschicht einzudringen und heften sich mit ihren speziellen Strukturen fest an die Hornschicht. Eine gesunde Haut kann solche Angriffe abwehren; ist sie jedoch verletzt oder aufgeweicht, kann der Pilz die Hautbarriere leichter überwinden.

Der Pilz bildet Zellfäden, so genannte Hyphen, die in die Hornschicht eindringen. Dort breiten sie sich aus und es entsteht ein Geflecht. Fußpilz tritt meistens zwischen den Zehen auf, da sich dort Feuchtigkeit und Nässe am ehesten stauen und sich dem Pilz somit die besten Bedingungen bieten. Er kann aber auch auf die Fußsohle und das Fußgewölbe übergreifen.

Ansteckungsgefahr besteht überall, wo mehrere Menschen häufig barfuß laufen, also im Hotelzimmer, im Fitnessstudio oder im Freibad. Im letzteren ist das Risiko aufgrund der Nässe besonders hoch. Bleibt Fußpilz unbehandelt, kann er die natürliche Abwehr der Haut so weit schwächen, dass es zu einer Streptokokkeninfektion kommt, die sich durch eine Wundrose bemerkbar macht. Diese schwere Hautinfektion geht mit hohem Fieber einher und muss stationär behandelt werden.

„Ich bin bisher verschont geblieben“, berichtet Klink. „Im Team sprechen wir sehr ehrlich darüber: Wenn eine meiner Mannschaftskolleginnen an einer Pilzerkrankung leidet, ist das kein Geheimnis.“

So offen wie die Leverkusener Mannschaft gehen nicht alle Menschen mit einem Pilzbefall um. Dabei gibt es keinen Grund, sich dafür zu schämen: Fuß- und Nagelpilz betreffen sehr viele Menschen. Das ist kein Zeichen mangelnder Hygiene. Außerdem lässt sich Fußpilz in wenigen Wochen den Griff bekommen – und mit einigen Verhaltensregeln eine erneute Infektion vermeiden. Auf die Abwehr kommt es halt an!

So vermeiden Sie Fußpilz

  • Nach dem Sport Schuhe und Füße sofort gründlich belüften.
  • Grundsätzlich nur das eigene Handtuch und die eigenen Schuhe benutzen.
  • Füße gründlich abtrocknen, vor allem zwischen den Zehen.
  • Die Füße gegebenenfalls mit einem Haut-Desinfektionsmittel desinfizieren – unbedingt auch die Zehenzwischenräume einbeziehen.
  • Sportsocken und Handtücher nach jedem Training wechseln und bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Sportschuhe nicht zu klein kaufen, damit sie auch bei anschwellenden Füßen nicht reiben.
  • In Schwimmbädern, Saunen, öffentlichen Duschen und anderen Nasseinrichtungen stets Badeschuhe tragen.
  • In Hotels nicht barfuß über Teppichboden gehen.
  • Schuhe mit einem atmungsaktiven Obermaterial tragen.
  • Schuhe regelmäßig mit einem desinfizierenden Schuhspray behandeln.
  • Handtücher, Socken und weiteres Pflege-Zubehör (z.B. Nagelscheren, Nagelfeilen etc.) nicht mit weiteren Familienmitgliedern teilen.
  • Regelmäßig die Zehen, Zehenzwischenräume und Fußsohlen auf Veränderungen wie Hautrisse, -schuppen, Rötungen oder Bläschen kontrollieren.
  • Verletzungen unverzüglich behandeln.

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