• Farmer fürs Leben

    Andrew Fansler kaufte mit 17 seine ersten 87 Morgen Land, heute sind es 4.600.

Andrew Fansler ist Landwirt aus Leidenschaft. Um die Zukunft seines Betriebes zu sichern, setzt er auf nachhaltigen Anbau von Mais und Sojabohnen. Für seine moderne und innovative Herangehensweise an die Landwirtschaft hat der 36-jährige US-Amerikaner den „Young Farmer Sustainability Award“ von Bayer CropScience erhalten.

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Die USA ist die Nummer 1 im Weltagrarhandel. 

Während der Erntezeit ist Andrew Fansler schwer zu erreichen, aber einfach zu finden. Er arbeitet mitten in den rauschenden Maisfeldern Indianas, die sich wie ein grüner Ozean bis an den Horizont ausdehnen. Von frühmorgens bis spätabends koordiniert Andrew derzeit hier draußen seine mächtigen Landmaschinen, die sich stoisch durch den Blätterwald fräsen und Kilo für Kilo Mais sowie Sojabohnen ernten. „Handyempfang ist hier oft schlecht, Internet funktioniert auch nicht“, sagt er. „Aber das gehört halt zu meinem Job – und ich mag es, mitten in meinen Feldern und weit weg von allem zu arbeiten.“

Im Mittleren Westen der USA, wo eine gigantische Patchworkdecke aus Anbauflächen die fruchtbaren Ebenen überzieht, baut der Farmer auf 4.600 Morgen Land im Wechsel Mais und Sojabohnen an. Den Mais produziert er für den Lebensmittelhandel und für die Ethanolherstellung, seine Sojabohnen werden zu Lebensmitteln weiterverarbeitet und dienen zur Gewinnung von Saatgut.

Globale Ernteeinbußen durch Fadenwürmer

Seit 20 Jahren ist Fansler schon im Geschäft – und seitdem setzt er bei seinem Unternehmen auf nachhaltigen Anbau. Dafür hat der 36-Jährige den „2015 Young Farmer Sustainability Award“ von Bayer CropScience erhalten. Das Unternehmen verleiht den Preis an junge amerikanische Landwirte, die sich mit innovativen und ökologisch verträglichen Pflanzmethoden sowie langfristig praktikablen Geschäftsmodellen der wohl größten Herausforderung der modernen Landwirtschaft stellen: qualitativ hochwertige Nahrungsmittel für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren – was auch eines der zentralen Ziele des Nachhaltigkeitsprogramms der Bayer AG ist.

Für Fansler ist der Preis eine wichtige Bestätigung seiner Arbeit: „Die Auszeichnung hat mich sehr gefreut“, sagt er. „Sie zeigt mir, dass ich mit meiner Einstellung richtig liege.“ Dabei hätten seine Eltern wohl nie damit gerechnet, dass ihr Sohn ausgerechnet mal Landwirt wird.

Andrew Fansler schildert, wie ein Trettraktor sein Leben beeinflusst hat

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des Landes etwa sind landwirtschaftliche Anbaufläche (ca. 170 Mio. Hektar).

Wäre da nicht die Episode mit dem Tret-Traktor gewesen, den er zu seinem dritten Geburtstag bekam. Fortan fuhr der kleine Andrew wann immer möglich auf seinem wackligen Plastikuntersatz hinters Haus, um dort stundenlang an dem Rand der Felder zu stehen und den riesigen Landmaschinen bei der Arbeit zuzusehen. „Ich fand es faszinierend, wie diese Giganten über den Boden krochen und Pflanzenreste ausspuckten“, erzählt er. „Vielleicht kommt die Leidenschaft für die Landwirtschaft daher – vielleicht lag sie mir aber auch einfach im Blut.“

Schon als Junge half Fansler bei befreundeten Farmern aus, lernte die wichtigsten Grundsätze des Anbaus kennen. Mit 17 kaufte er seine ersten Felder: 87 Morgen am Rand von Shelbyville, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Indiana, mitten im sogenannten Maisgürtel. „Der Anfang war verdammt hart, denn es gab viele Dinge, die ich nicht wusste, und als Neuling erhält man nicht gerade viel Zuspruch von den anderen Farmern“, erzählt er. „Ich lernte schnell, mich nicht von anderen Leuten entmutigen zu lassen und meine Pläne durchzuziehen.“

Viele der alteingesessenen Landwirte beobachteten misstrauisch das seltsame Treiben des Tagers: Fansler probierte ganz neue Methoden aus, darunter die Direktsaat, eine heute weitverbreitete Anbauweise, die vor 20 Jahren noch neu war: Indem Fansler nur die Saatreihen umpflügt und den Rest der Ackerfläche unbearbeitet lässt, spart er nicht nur Zeit und Treibstoff, er verbessert auch die Bodenqualität und verhindert Erosion auf seinen Feldern.

Um heute in der Landwirtschaft erfolgreich zu sein, muss man sich auch in Marketing, Betriebswirtschaft und Maschinenbau auskennen.

Andrew Fansler, Geschäftsführer der Fansler Farms

Jetzt könnte diese Sisyphos-Arbeit allerdings leichter werden – dank des neuen Bayer-Produkts Velum™. Sein Wirkstoff Fluopyram bekämpfte schon Pilzkrankheiten erfolgreich. Forscher haben entdeckt, dass das Wirkprinzip auch gegen Nematoden im Boden eingesetzt werden kann. Derzeit ist das Mittel schon in einigen Ländern zugelassen.

Die Fruchtfolge aus Soja und Mais dient dazu, das Unkraut in Schach zu halten und die Qualität des Bodens zu verbessern. In den Wintermonaten bedeckt er die Felder mit Zwischenfrüchten als Dünger. Herbizide und Pestizide setzt er gezielt und punktuell ein, wobei ihm moderne Technologien wie GPS dabei helfen. „Um in der Landwirtschaft langfristig ein erfolgreiches Unternehmen aufzubauen, muss man sich heutzutage in vielen Bereichen auskennen“, sagt Fansler. „Dazu gehören auch Marketing, Betriebswirtschaft, Maschinenbau und Technik.“

Drei Fragen an Liam Condon, Vorstandsvorsitzender von Bayer CropScience

„Ernährungssicherung nur mit nachhaltiger Landwirtschaft“

Welche Rolle spielt das Thema Ernährungssicherung in Zukunft?
„Ernährungssicherung zählt zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Die Vereinten Nationen sind der Meinung, dass ein höchst produktiver und nachhaltiger Agrarsektor im Kampf gegen Hunger und Armut in der Welt ausschlaggebend ist. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) fordert, dass die Agrarproduktion der Welt bis 2050 um rund 60 Prozent erhöht werden müsse, um die steigende Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln sowie nachwachsenden Rohstoffen bedienen zu können.

Und das muss bei begrenzten Ackerflächen geschehen. Für Bayer führt der Weg dorthin nur über eine nachhaltige Landwirtschaft. Deshalb hat der Konzern das Thema „Hochwertige Nahrungsmittel für alle“ als ein zentrales Ziel in seinem Nachhaltigkeitsprogramm fest verankert.“

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Wie trägt Bayer CropScience dazu bei, diese enorme Herausforderung zu meistern?
„Der Klimawandel bereitet den Landwirten weltweit schon jetzt enorme Probleme: Bodenerosion, Wasserknappheit und extreme Wetterereignisse stellen zunehmend ein Risiko für ihre Betriebe dar. Wir entwickeln chemische und biologische Lösungen, die Pflanzen widerstandsfähiger machen, sodass sie auch bei suboptimalen Bedingungen optimal wachsen können.

Außerdem versuchen wir stets, die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt möglichst gering zu halten und sie weiter zu reduzieren – und mit unseren Produkten dazu beizutragen, dass eine nachhaltige Landwirtschaft möglich ist.“

Wieso hat Bayer CropScience den „Young Farmer Sustainability Award“ ins Leben gerufen?
„Eine moderne Landwirtschaft ist für die Sicherstellung der Ernährung in Zukunft enorm wichtig. Vor allem bei kleinen Kindern kann unzureichende Nahrung Folgen haben: Unterernährung kann die kognitive Entwicklung und die Verhaltensentwicklung sowie die Lernfähigkeit und später auch die Fortpflanzung hemmen.

Mit Auszeichnungen wie dem Young Farmer Sustainability Award, aber auch mit Initiativen wie dem Youth Ag-Summit 2015, mit Stipendien für Landwirtschaftsstudenten und praxisorientierten Lernmöglichkeiten möchten wir junge Menschen motivieren, mehr über nachhaltige Landwirtschaft zu lernen und innovative Anbaumethoden auszuprobieren.“

Ausführliches Gespräch mit Liam Condon finden Sie hier.

Sein Mut, neue Wege zu gehen, zahlte sich aus: Heute sind aus den einst 87 Morgen schon 4.600 geworden, und Fansler Farms beschäftigt sechs Angestellte. Für Jim Blome, Chef von Bayer CropScience in den USA, war der erfolgreiche Jungunternehmer damit der ideale Kandidat für die Auszeichnung „Young Farmer Sustainability Award“ 2015: „Andrew Fansler vereint in sich Leidenschaft, Instinkt, technisches Know-how und Geschäftssinn – und all das braucht ein junger Farmer heutzutage, wenn er nachhaltig erfolgreich wirtschaften will“, sagt er. „Seine Liebe zur Landwirtschaft und seine unternehmerische Herangehensweise sind wirklich inspirierend.“

Der „Young Farmer Sustainability Award“

Mit diesem Preis erkennt Bayer CropScience die Arbeit junger Agrarwirte aus den kontinentalen US-Staaten an, die ihr Unternehmen besonders erfolgreich führen und dabei umweltbewusst und nachhaltig handeln.

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Eine Fachjury beurteilt den Unternehmergeist der Kandidaten und wie innovativ ihre Anbaumethoden sind (50 Prozent), wie stark sie sich um nachhaltiges und umweltbewusstes Arbeiten auf der Farm bemühen (30 Prozent) und inwiefern sie ökonomisch nachhaltig wirtschaften (20 Prozent).

Bewerben können sich Farmer und Rancher, die 40 Jahre alt oder jünger sind und deren Einkommen mindestens zur Hälfte aus der Landwirtschaft oder einer landwirtschaftsbezogenen Tätigkeit erwirtschaftet wird.

Jetzt, zur Erntezeit, kommt Andrew Fansler selten vor Mitternacht nach Hause, aber im Winter verbringt er stets viel Zeit mit seiner Familie. Dann geht er öfters mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern einkaufen – und kontrolliert dabei sorgsam die Etiketten auf den Lebensmittelverpackungen. „Mein Beruf hat meine gesamte Einstellung zu Ernährung und Nahrungsmittelproduktion geändert“, sagt er. „Ich will wissen, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie sie produziert werden und was sie enthalten.“

Wann immer es geht, nimmt er die fünfjährige Anne Marie und die dreijährige Molly mit aufs Feld, hockt sich mit ihnen zwischen die wogenden Maispflanzen und atmet die frische Luft ein, die so unverkennbar nach feuchter Erde und Gras riecht. Er fühlt den Wind auf seiner Haut und hört das ausgelassene Kreischen seiner Töchter. In der Ferne brummen die Landmaschinen, ein Geräusch, das er seit Kindertagen kennt. Es steht für den ewigen Kreislauf der Natur. „Diese Augenblicke sind die besten Momente meines Lebens.“ Seine Kinder und Enkelkinder sollen das später auch erleben können. Für sie will er das alles erhalten: für die nächste Generation.